Fachmann mit Charisma gesucht
Vier Manager sind bei Karstadt in der engeren Wahl

Auf der Suche nach einem neuen Vorstandsvorsitzenden beim angeschlagenen Handelskonzern KarstadtQuelle stehen nach Zeitungsinformationen vier Kandidaten in der engeren Wahl.

HB BERLIN. Wie das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtet, ist Aufsichtsratschef Thomas Middelhoff bereits seit Wochen auf der Suche nach einem neuen Konzern-Lenker. Unterdessen geht das Sanierungsprogramm ungehindert mit dem Verkauf von Unternehmensteilen weiter.

Eine Zerschlagung des Handelskonzerns stehe nicht auf der Tagesordnung. Darauf verwies Konzernsprecher Jörg Howe am Samstag unter Hinweis auf Zeitungsberichte auf dpa-Anfrage. Das Warenhaus- und das Versandhandelsgeschäft solle als Kern des Unternehmens erhalten bleiben. Aufgabe des neuen Vorstandsvorsitzenden werde es sein, nach neuen Wachstumsfeldern zu suchen. Dazu gehöre auch eine internationale Perspektive.

Middelhoff wird nach Darstellung unternehmensnaher Kreise während der Suche nach einem neuen Vorstandsvorsitzenden eine stärkere Rolle bei dem Traditionskonzern spielen. Allerdings werde der frühere Bertelsmann-Chef keine operativen Führungsaufgaben übernehmen. Das Tagesgeschäft werde in den kommenden Monaten bei Finanzvorstand Harald Pinger liegen, auch wenn er formell nicht den Status des Interims-Konzernchefs bekommen habe. Pinger sei als „Koordinator“ eingesetzt worden, um das Ansehen des „brillanten Finanzchefs“ später nicht durch eine Herabstufung in den bisherigen Vorstandsjob zu beschädigen.

Unterdessen werden weitere Details zum Rücktritt von Christoph Achenbach (46) bekannt. Nach Informationen aus Aufsichtsratskreisen war Achenbach von Anfang an als Übergangskandidat eingesetzt worden. Deshalb habe er bei der Übernahme des Chefpostens im Juni 2004 auch keinen neuen Vertrag erhalten. Das Vertrauen der Großaktionäre und Banken in Achenbach sei bereits seit Monaten erschüttert gewesen, verlautete aus dem Umfeld des Unternehmens. Deshalb habe es Misstöne gegeben, als Achenbach im Februar um eine vorzeitige Verlängerung seines bis Frühjahr 2006 laufenden Vertrages gebeten habe. Er sei nicht unter Druck zurückgetreten und habe das Angebot des Aufsichtsrates gehabt, bis zum Ablauf seines Vorstandsvertrags weiterzuarbeiten.

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