Familie Strehle
Strenesse-Eigentümer erwägen Verkauf der Mehrheit

Nach dem Insolvenzantrag von Strenesse überlegt die Familie Strehle, ihre Mehrheit zu verkaufen – sofern es der Firma „gut tut“. Vorerst steht aber die Sanierung auf der Tagesordnung – und Selbstkritik.
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Frankfurt/MainDie Eigentümerfamilie der angeschlagenen Modefirma Strenesse schließt einen Teilverkauf nicht mehr aus. „Wenn es einen Investor gibt, von dem wir glauben, dass er die Marke wirklich weiter entwickelt, könnten wir die Mehrheit abgeben“, sagte Vorstandschef Luca Strehle dem Fachmagazin „TextilWirtschaft“ . Seine Familie sei bereit, „alles zu tun, was der Firma gut tut“. Zunächst jedoch stehe die Sanierung auf der Tagesordnung.

Strenesse mit Sitz im bayerischen Nördlingen hatte in der vergangenen Woche Antrag auf Eigenverwaltung gemäß Insolvenzordnung gestellt. Damit kann das Unternehmen seine Geschäfte unter Aufsicht eines Sachwalters in eigener Regie fortführen. Strehle wählte dafür den Sanierungsexperten Michael Pluta. Für die kommenden drei Monate zahlt die Arbeitsagentur die Löhne und Gehälter der 350 Mitarbeiter.

Vorstandschef Strehle übt nach diesem Vorgehen auch Selbstkritik. „Ich habe vielleicht unterschätzt, wie drückend – oder auch erdrückend – die Altlasten sind“, sagte Strehle nun der „TextilWirtschaft“. Er habe „gesehen, dass es mit dem ursprünglichen Konzept sehr mühsam und langwierig sein würde, Strenesse zu sanieren“. Deshalb habe er sich für die Eigenverwaltung entschieden, „die ich 'harte Sanierung' nenne“.

Strenesse hatte im Februar von den Gläubigern seiner Unternehmensanleihe einen Zahlungsaufschub von drei Jahren erhalten, nachdem das Unternehmen die eigentlich im März fällige Anleihe nicht zurückzahlen konnte. Bis zum Jahr 2017 sollte ein Sanierungsplan umgesetzt werden.

An Strenesse hält Gerd Strehle 69,8 Prozent der Anteile, seine Ex-Frau Gabriele 12,8 Prozent. Die drei Kinder Luca, Viktoria und Clara besitzen jeweils 5,8 Prozent. Luca Strehle ist seit April 2012 der Chef.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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