Fehlwürfe steigen
Dosenpfand reißt Loch bei Dualem System

Rund 300 Millionen Euro hat das Dosenpfand dem Grünen Punkt beim Verpackungsmüll gekostet. Die Gesamtsammelmenge ging deutlich zurück.

HB BONN. Das berichtete der Vorstandschefs der Dualen Systems Deutschland AG (DSD), Hans-Peter Repnik, am Montag in Bonn. Die Pfandpflicht habe zu einem Rückgang der Gesamtsammelmenge für Verpackungen mit dem Grünen Punkt geführt, der bundesweit vom Dualen System als Recycling-Geschäft betrieben wird. Den Bürger kostete das Grüne-Punkt-System im Jahr 2003 rund 20 Euro pro Kopf.

Immer mehr Bürger nehmen es auch mit dem Sammeln und Sortieren ihrer Joghurtbecher oder Pizzaschachtel weniger ernst. Immer öfter landen auch Haushaltsabfälle in der Gelben Tonne oder im Gelben Sack, wie die Daten zu dem Anteil so genannter Fehlwürfe belegen. Dies sei vor allem in Ballungsräumen mit vielen Single-Haushalten festzustellen, erläuterte Repnik. Die Fehlwürfe lagen 2003 bei 41 Prozent (2002: 39 Prozent).

Hier könnte auch die Diskussion um den Sinn und die Zukunft des Grünen Punkt-Modells zu Verunsicherung bei den Bürgern führen, sagte Repnik. Insgesamt sei aber das hohe Niveau der Sammel-Leidenschaft und der Akzeptanz der Deutschen ungebrochen. Er verwies auf eine aktuelle Allensbach-Umfrage, nach der das Sammeln und Sortieren von 91 Prozent der Befragten praktiziert werde und 64 Prozent der Befragten den Grünen Punkt für eine gute Sache hielten.

Das DSD werde weiter die Kosten senken, kündigte Repnik an. Das Unternehmen, das nach wie vor nahezu über eine Monopolstellung verfügt, werde damit auch in einem Wettbewerb bestehen. Es sei aber verfrüht zu sagen, wie dieser Wettbewerb in einigen Jahren konkret aussehen und inwieweit eine Abkehr von der Gelben Tonne erfolgen könnte. Das müsse in Studien geklärt und von der Politik entschieden werden.

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