Finanzzusagen aus Berlin
Dem Güterverkehr droht der langsame Kollaps

Kapazitätsengpässe, ramponierte Gleise, überalterte Rangierbahnhöfe. Die deutschen Transporteure fordern mehr Geld für die Infrastruktur, denn das System wird zunehmend überstrapaziert. Jetzt gibt es erste finanzielle Zusagen der großen Koalition.

HB DÜSSELDORF. Mehr Geld für den Verkehr sei ein positiver Ansatz für den Wachstumsprozess, sagte BP-Manager Wilhelm Bonse-Geuking, Präsident des Deutschen Verkehrsforums. Kai Lindemann, Verkehrsexperte des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), betonte, der Koalitionsvertrag trage der volkswirtschaftlichen Bedeutung des Verkehrs endlich Rechnung.

Der Gießener Verkehrswissenschaftler Gerd Aberle kritisierte die „völlig unzulängliche Finanzierungsbasis aus Steuermitteln“ für Verkehrsinvestitionen. Angesichts der Engpässe der öffentlichen Haushalte stehe zu befürchten, dass investive Mittel eher gekürzt würden.

Fachleute sind sich einig, dass der Infrastrukturausbau drängt. „Die Transportkette beginnt zu reißen. Das System wird überstrapaziert“, sagte Martin Henke, Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen. Zudem verpasse das Transitland Deutschland die Chance, „in Europa Marktführer in der Logistik zu werden – in einer der am schnellsten wachsenden Branchen, die gutes Geld verdient und Arbeitsplätze schafft.“

Weltweit werde zunehmend in Güterbahnen investiert, beobachtet Henke. Sogar im Autoland USA sehe ein Fünf-Jahres-Plan der amerikanischen Regierung vor, rund drei Mrd. US-Dollar in die Verbesserung des Schienennetzes zu investieren.

Die Situation des Güterverkehrs in Deutschland sei „katastrophal“, klagt auch Hugo Fiege, Chef des Logistikdienstleisters Fiege, der mit 1,5 Mrd. Euro Umsatz zu den großen Transporteuren in der Bundesrepublik zählt. Die Infrastrukturprobleme seien so gravierend, dass „wir bald die Marktversorgung nicht mehr gewährleisten können.“

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