Fitnessstudios, Diätprodukte und Tracker
Das dicke Geschäft mit dem Abspecken

Alle Jahre wieder kommt nach Neujahr der Schock auf der Waage und vor dem Spiegel. Viele wollen die Feiertagspfunde schnell wieder verlieren. Firmen machen ein Geschäft daraus, doch die Abnehmwilligen emanzipieren sich.
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DüsseldorfHans Braun bringt das Problem nüchtern auf den Punkt: „An Weihnachten stehen überall diese leckeren Kekse und Lebkuchen herum. Und das wäre ja auch gar kein Problem, wenn dann nicht auch noch so viel trautes Beisammensitzen auf dem Programm stünde“, so der Ernährungswissenschaftler von der Deutschen Sporthochschule Köln. „Aber so kommt zusammen, was nicht zusammen passt.“ Nämlich: Zu viel Zucker, zu viel Fett, zu viele Kohlehydrate – und eigentlich gar kein Bedarf für all diese Nährstoffe, dort auf dem heimischen Sofa. Viele sehen keine Chance, all den Kalorien zu entkommen. Das Ergebnis ist schließlich alles andere als ein befreiter Start ins neue Jahr.

Alle Jahre wieder steht deshalb nun Anfang Januar für zig Millionen Deutsche eine Abnehmkur auf dem Programm. Es gibt etliche Firmen, die damit gute Geschäfte machen, sei es mit Diätprodukten, mit aufgepeppten Lebensmitteln, mit Fitnesskursen oder Fitness-Trackern. In all diesen Bereichen steigt die Nachfrage nach den Diensten und Produkten kurz nach Jahreswechsel spürbar an. Wie groß das Geschäft insgesamt ist, lässt sich schwer beziffern. Die Zahlen aus den verschiedenen Bereichen von Functional Food bis zu Fitnessangeboten lassen jedoch auf ein Marktvolumen von etwa sieben bis neun Milliarden Euro schließen. Doch der Markt wird enger – was für die Kunden auch Vorteile bringen kann.

Eine Branche, die vom Wunsch der Menschen nach purzelnden Pfunden besonders profitiert, ist die der Fitnessstudios. „Ganz klar, die Nachfrage nach Dienstleistungen im Bereich Fitness ist zu Jahresbeginn am größten“, sagt ein Sprecher des Arbeitgeberverbandes deutscher Fitness- und Gesundheitsanlagen. „Die Menschen wollen im neuen Jahr eben etwas Gutes für sich und ihren Körper tun.“ Ein großer Teil der Verträge, die zu den 4,55 Milliarden Euro Jahresumsatz der deutschen Fitnessbranche beitragen, dürften Anfang des Jahres zustande kommen – ein zweites Hoch ergibt sich laut dem Sprecher im Frühsommer, wenn die Bikinizeit naht.

Doch die Trends beim Trainieren ändern sich, es zeichnet sich ab, dass die Kunden gesundheitsbewusster werden und nicht nur auf möglichst schnelle, große Effekte setzen. So liegt Functional Training, also Training mit dem eigenen Körpergewicht und mit eher kleinen Hilfsmitteln, laut dem Verband voll im Trend. Bei den Übungen sollen möglichst viele Muskelgruppen gleichzeitig trainiert werden. In eine ähnliche Richtung gehen gesundheitsorientierte Rücken- oder Haltungstrainings, ebenfalls Segmente, die stark wachsen.

Kommentare zu " Fitnessstudios, Diätprodukte und Tracker: Das dicke Geschäft mit dem Abspecken"

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  • Hätte es in der BRD nie de Unsummen Kindergeld ala HELMUTH Kohl sondern mer Arbetitsplätze gegeben dann wären die Herrschaften hier auch nie so fett. Das Problem ist NUR die Literatur und di TV - Branche! Wer hätte seinem Kind ohne staatliche Beihilfe nie Playstation kaufen können. Das kommt weil hier eben nie monetäre Eigenverantwortung für Eltern war.

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

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