Fluggesellschaft sammelt Material für Beschwerde wegen diskriminierenden Wettbewerbs und Dumpings
DBA droht Lufthansa mit Kartellklage

Die Fluggesellschaft DBA (früher Deutsche BA) geht auf Konfrontationskurs mit der Deutschen Lufthansa. „Wir sammeln Material für eine Beschwerde beim Bundeskartellamt wegen Dumpings“, sagt DBA-Aufsichtsratschef Hans Rudolf Wöhrl.

MÜNCHEN Der Vorwurf richtet sich gegen Billigflieger Germanwings – eine 100-prozentige Tochter von Eurowings, an der Lufthansa wiederum 49 Prozent der Anteile hält. Man erhalte beim Konkurrenten Germanwings kurz vor Abflugtag noch Tickets zu Preisen, die absolut nicht kostendeckend sein können, sagte Wöhrl. Er vermutet dahinter eine Quersubventionierung und wirft der Lufthansa diskriminierenden Wettbewerb vor. Die Möglichkeiten seien dabei „vielfältiger und subtiler geworden“. Die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einer Kartellbeschwerde komme, sei in kurzer Zeit von zehn auf 50 Prozent gestiegen.

Die Lufthansa sieht den Fall dagegen gelassen. „Die Vorwürfe sind absurd“, sagte ein Sprecher. Beteiligungen der Lufthansa müssten ihr Geld selbst verdienen. In der Vergangenheit hatten Branchenbeobachter der Lufthansa vorgeworfen, ihre Marktmacht immer wieder ausgenutzt und unliebsame kleinere Wettbewerber im Inland so lange unterboten zu haben, bis denen buchstäblich die Luft ausging. Eurowings war bis zum Einstieg der Lufthansa auch Konkurrent des Platzhirschen. Auf Strecken ohne Konkurrenz sind In land-Flugtickets der Lufthansa teurer als sonst.

Bislang ist die DBA mit solchen Beschwerden beim Kartellamt abgeblitzt, weil früher der Mutterkonzern British Airways die Verluste der Deutschen BA übernahm – was ebenfalls als Quersubventionierung angesehen wurde. Wöhrl schätzt die Chancen der DBA für einen Erfolg beim Kartellamt seit der Trennung von BA vor einem Jahr wesentlich höher ein. „Jetzt sind wir ein kleiner Mittelständler gegen einen großen Konzern.“

Der Textilunternehmer hatte die Airline vor einem Jahr für den symbolischen Preis von einem Euro übernommen und das erste Jahr überlebt, weil die Beschäftigten für ein Jahr auf 20 Prozent ihres Gehaltes verzichteten und rund 150 Mitarbeiter das Unternehmen verließen. Seit Juli erhalten alle wieder ihre vollen Bezüge – bis auf die Piloten, die gegen eine Beschäftigungsgarantie einer Verlängerung des Gehaltsverzichts um sechs Monate zustimmten.

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