Fluggesellschaften
Kurzarbeit bei Austrian Airlines

Wieder eine schlechte Nachricht aus Österreich: Rund ein Drittel der Mitarbeiter der ins Trudeln geratenen österreichischen Fluggesellschaft Austrian Airlines (AUA) werden ab 1. April auf Kurzarbeit gehen. Das betrifft auch die Lufthansa.

HB WIEN. Die österreichische Fluggesellschaft Austrian Airlines reagiert mit Kurzarbeit auf die schwere Krise in der Luftfahrt. Ab 1. April würden rund 2600 Mitarbeiter des Bodenpersonals in Kurzarbeit geschickt. Darauf habe sich der Vorstand mit dem Bodenbetriebsrat geeinigt, teilte die AUA am Mittwoch mit. Die Kurzarbeit gelte für sechs Monate, wobei die Möglichkeit einer Verlängerung bestehe.

Die Eckpunkte der Einigung sehen bei einer Arbeitszeit von 80 Prozent ein Entgelt von 90 Prozent beziehungsweise bei einer Arbeitszeit von 90 Prozent ein Entgelt von 95 Prozent vor. Zudem würden die Pensionskassenbeiträge für ein Jahr um 75 Prozent reduziert und die Laufzeit des Kollektivvertrags um zwei Monate bis 31. Dezember 2009 verlängert, teilte die AUA mit.

Die Verhandlungen mit Vertretern des Kabinenpersonals laufen noch, sagte AUA-Sprecherin Livia Dandrea-Böhm. „Ziel ist es, auch beim Bordpersonal Kurzarbeit einzuführen“, sagte sie. Ein Mitarbeiterabbau für die insgesamt rund 8000 Beschäftigte soll aber vermieden werden, fügte sie an.

Im laufenden Jahr will die vor der Übernahme durch die Lufthansa stehende AUA 225 Mio. Euro einsparen. „Die Hälfte von den 225 Mio. Euro kommt von der Produktionsrücknahme. Die restlichen gut 110 Mio. Euro verteilen sich auf Personalmaßnahmen, Einsparungen bei Lieferanten und anderes“, sagte Dandrea-Böhm. Bis 2012 sollen schrittweise weitere 200 Mio. Euro gespart werden, um auf eine im europäischen Durchschnitt übliche operative Marge von sechs bis sieben Prozent zu kommen. Für 2008 rechnet die AUA inklusive Abwertungen von Flugzeugen und Währungsverlusten mit einem Verlust von fast einer halben Milliarde Euro.

Um den Betrieb aufrecht zu erhalten, hat Österreich der AUA ein Darlehen von 200 Mio. Euro gewährt. Vorstand Peter Malanik sagte kürzlich, man werde damit bis zur Genehmigung des Verkaufs an die Lufthansa auskommen. Ein Konkurs wurde ausgeschlossen. Die Genehmigung der EU-Kommission wird bis zum Sommer erwartet. Auch der Lufthansa macht der Nachfragerückgang zu schaffen. Die größte deutsche Fluglinie kündigte an, sich ebenfalls auf die Einführung von Kurzarbeit in diversen Bereichen vorzubereiten.

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