Fluggesellschaften
Ryanair lockt irischer Regierung wegeb Aer-Lingus

Beim zweiten Anlauf zur Übernahme der Fluglinie Aer Lingus kommt Ryanair-Chef Michael O'Leary der irischen Regierung mit Zuckerbrot statt mit der Peitsche. Ryanair werde der irischen Regierung die Kontrolle über die Aer-Lingus-Landerechte am bedeutenden Flughafen London Heathrow überschreiben.

HB DUBLIN. Diese und weitere Zusagen sollten sicherstellen, dass ein Zusammenschluss den Wettbewerb nicht einschränken werde. Ryanair will den Angaben zufolge die Gewerkschaften bei Aer Lingus anerkennen und die Verbindung zwischen dem irischen Flughafen Shannon und London Heathrow wieder aufnehmen. Die Start- und Landerechte von Aer Lingus in Heathrow sollen zudem nicht ohne Zustimmung des irischen Verkehrsministers verkauft oder an andere Airlines übertragen werden können.

Außerdem will Ryanair dafür geradestehen, dass die Tickets auf den Kurzstrecken von Aer Lingus drei Jahre lang mindestens um fünf Prozent niedriger verkauft werden als bislang. Die Kerosinzuschläge bei der ehemaligen Staatslinie sollen den Angaben zufolge ganz wegfallen. Als Garantie dafür bietet Ryanair eine Bankbürgschaft über 100 Mio. Euro an.

Ryanair-Vertreter hatten sich am Mittwochabend mit Verkehrsminister Noel Dempsey getroffen und über die Offerte gesprochen. Der Billigflieger hatte Anfang der Woche seinen erneuten Versuch zur Übernahme der früheren irischen Staatslinie gestartet, mit seinem Angebot von 1,40 Euro je Aktie bei Aer Lingus allerdings zunächst auf Granit gebissen. Bei seinem ersten Übernahmeversuch vor zwei Jahren hatte Ryanair noch doppelt so viel geboten wie jetzt.

In Gesprächen mit den Aktionären will Ryanair nun für die Übernahme werben. Der Billigflieger hält bereits 29,82 Prozent an Aer Lingus. 25,1 Prozent der Aktien gehören dem irischen Staat, die Mitarbeiter sind mit 14,2 Prozent beteiligt. Die übrigen 30,8 Prozent verteilen sich auf andere Investoren, darunter der Milliardär Denis O'Brien mit 2,27 Prozent. Sollte die Übernahme gelingen und Ryanair die beiden irischen Fluglinien - wie angekündigt - zu "einer starken irischen Gruppe" fusionieren, könnte die neue Gesellschaft den europäischen Branchenriesen Lufthansa Air France-KLM und British Airways Konkurrenz machen.

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