Flughafen Frankfurt
Gewerkschaft lässt Tarifstreit eskalieren

Der Tarifstreit in Frankfurt verschärft sich: Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) will die Streiks des Vorfeldpersonals in der nächsten Woche intensivieren. „Wir werden nicht zurückstecken“, heißt es von der GdF.
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FrankfurtDie Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) will den Streik auf dem Vorfeld des Frankfurter Flughafens in der nächsten Woche verschärfen, wenn der Betreiber Fraport nicht einlenkt. „Wir werden nicht zurückstecken“, erklärte Tarifvorstand Markus Siebers am Freitagmorgen. Man werde bei einem Stillstand der Gespräche „definitiv“ wieder streiken und erneut 24 Stunden vorher warnen. Bei Länge und Taktung gebe es sicher noch Luft nach oben, sagte Siebers.

Am Wochenende werde es voraussichtlich keinen Ausstand geben. Wenn die Streiks am Freitagabend beendet seien, dann habe der Flughafenbetreiber Fraport „zwei heftige Tage“ erlebt, und die GdF wolle dem Unternehmen dann zunächst „Zeit zum Nachdenken geben“, sagte GdF-Verhandlungsführer Dirk Vogelsang.

Der Ball liege im Feld von Fraport: Das Unternehmen müsse auf die GdF zukommen, wenn es an den Verhandlungstisch zurückkehren wolle. Ein Sprecher der Fraport forderte dagegen die GdF erneut auf, kompromissbereit an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

Die rund 200 streikenden Vorfeldmitarbeiter haben am Freitag ihren Ausstand fortgesetzt. Das teilte der Fraport mit. Die GdF will mit 14 Stunden doppelt so lange streiken wie am Donnerstag. Zahlreiche Flüge werden ausfallen oder verspätet ankommen. Laut Fraport sind bereits 282 Flüge für Freitag abgesagt. Am Donnerstag waren demnach 172 von 526 geplanten Flügen in der Streikzeit ausgefallen. Am Freitag sollten in der streikbedrohten Zeit von 8 bis 22 Uhr 1082 Maschinen starten oder landen. An den Schaltern der Fluggesellschaften bildeten sich am Freitag lange Schlangen, die Terminals am größten deutschen Flughafen waren voll.

Am Donnerstag hatte Fraport-Vorstand Peter Schmitz erklärt, man sei auf den zweiten Streiktag vorbereitet. Alle Positionen auf dem Vorfeld, dort, wo die Maschinen vor Starts und nach Landungen begleitet werden, seien besetzt. Mitarbeiter aus anderen Bereichen würden die Schichten des streikenden Vorfeldpersonals übernehmen. „Wir haben qualifiziertes Personal, aber das ist nicht das Tagesgeschäft des Personals. Von daher wird das etwas langsamer gehen“, sagte Schmitz. 16 Beschäftigte hätten sich zudem dem Streik der GdF verweigert.

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  • "=> inhaltsloser Beitrag!" bezieht sich doch sicher auf ihren Beitrag?
    Oder?

  • @Weltenbrand

    Ich bleibe bei Lohn-/Preisspirale.

    Ob sich jemand an einen Schlichterspruch hält oder nicht, darauf zielte mein Kommentar nicht ab. Ich stelle das Streikrecht als solches in Frage.

  • Oh mein Gott: Was ist denn schon "exorbitant", was ist "menschenwürdig", was ist "fair"??? Wir haben 80 Mio. Einwohner und zu diesen 3 Begriffen wohl entsprechend so viele Meinungen...den Begriffen stimmen wohl alle zu. Sie konsensual zu füllen unmöglich...

    => inhaltsloser Beitrag!

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