Flughafen wirbt um Langstreckenflüge
Düsseldorf will Drehkreuz werden

Der sich zuspitzende Konkurrenzkampf deutscher und ausländischer Fluggesellschaften hat Folgen für die Flughafeninfrastruktur in Deutschland. Neben den beiden größten deutschen Flughäfen Frankfurt und München will sich jetzt auch der Flughafen Düsseldorf als internationales Drehkreuz etablieren. Dafür legt sich die heimische Nummer Drei mächtig ins Zeug.

DÜSSELDORF. „Der Anteil der Interkontinentalverbindungen soll sich bis 2010 auf 20 Prozent verdoppeln“, sagte Flughafen-Düsseldorf-Chef Christoph Blume dem Handelsblatt. Es lägen Anfragen von mehreren nationalen und internationalen Fluglinien vor. Bis Ende 2009 sollen rund 100 Mill. Euro in die Infrastruktur des Flughafens investiert werden, um Interkontinentalverkehre besser handhaben zu können.

Der Flughafen Düsseldorf verfügt über das größte Einzugsgebiet aller deutschen Flughäfen. Im Umkreis von 100 Kilometern wohnen 18 Millionen Menschen und haben zehn von 30 Dax-Konzernen ihren Sitz. Im Unterschied zu Frankfurt und München wird Düsseldorf außerdem nicht von einer Fluglinie dominiert. Deutschlands größte Airline Lufthansa hält an dem Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport zehn Prozent und hat sich auch in München am Terminal zwei finanziell beteiligt. Der profitable Flughafen Düsseldorf gehört zu je 50 Prozent der Stadt Düsseldorf sowie einem Konsortium um den Baukonzern Hochtief. Im Geschäftsjahr 2006 lag das Ergebnis bei 20 Mill. Euro bei einem Umsatz von 377 Mill. Euro.

Das für Flughäfen wichtige Interkontinentalgeschäft ging an Düsseldorf bisher weitgehend vorbei. Die Lufthansa konzentrierte sich auf ihre Drehkreuze Frankfurt, München und nach der Übernahme der Swiss auf Zürich. Ihre Start- und Landerechte in Düsseldorf nutzte sie nur für Mittel- und Kurzstrecken und entsprechend kleines Fluggerät. Von Januar bis Mai transportierte die Lufthansa mit 33 000 Flugbewegungen 1,6 Millionen Passagiere. Die Air Berlin und LTU schafften in Düsseldorf mit nur 20 000 Flugbewegungen rund 2,3 Passagiere.

An der Vormachtstellung der Lufthansa und ihrer Drehkreuzstrategie kratzt jedoch die internationale Konkurrenz, die auf Flughäfen aus der zweiten Reihe ausweicht. So fliegt Emirates seit Oktober täglich von Hamburg nach New York, Qatar Airways hat Berlin im Flugplan, und die US-Airlines Continental, Delta und Northwest verbinden gleich mehrere deutsche Städte mit den USA. Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber hat bereits angekündigt, aus mehr deutschen Städten Interkontinentalflüge anzubieten. Düsseldorf gilt als erste Adresse. Denn von hier flog die Lufthansa schon vor dem Krisenjahr 2001 Langstrecke und stockt derzeit am Standort ihr Personal kräftig auf.

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