Franchise-System
Burger King hat Ärger mit den Vasallen

Die Wirte der Burger King-Kette sind verärgert. Sie beklagen sich über harte Sparmaßnahmen und steigende Kosten. Obwohl das Unternehmen den Willen zur Zusammenarbeit betont, hat die Zentrale Schulungen gestrichen.
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DüsseldorfBei Burger King könnte es paradiesisch sein: Die Nummer zwei auf dem weltweiten Hamburger-Markt verfügt über frisches Kapital, große Expansionspläne und neue Fast-Food-Produkte. Erst vergangene Woche ist die Kette nach zweijähriger Abstinenz an die Börse zurückgekehrt.

Doch das Glück wird von einigen streitbaren deutschen Burger King-Wirten getrübt, die sich über harte Sparmaßnahmen und steigende Kosten für die Restaurants ärgern. Seit 1976 hat die Kette in Deutschland, ihrem zweitwichtigsten Markt weltweit, rund 700 Restaurants eröffnet. 86 Prozent werden von unabhängigen Franchisenehmern gegen Lizenzgebühr betrieben. In deren Reihen aber rumort es. Michael K. und Hubert D. (Namen geändert) gehören zu denen, die sich Sorgen machen - "um die hohe Servicequalität, die wir brauchen, um weiter erfolgreich zu sein".

Denn bislang standen den selbstständigen Burger King-Vertragspartnern zur Ausbildung ihrer Restaurantmanager zwei Schulungszentren in München und Dortmund zur Verfügung. Mit ausgebildeten Trainern, die die Burger King-Philosophie im Blut hatten: das Hamburger-Grillen, den Umgang mit Gästen und das professionelle Wirtschaften in einem Burger-Restaurant. Doch persönliche Schulungen sind passé: In zwei Wellen im Jahr 2011 und in diesem Jahr baut die deutsche Burger King-Zentrale rund 90 von knapp 130 Mitarbeitern ab. Mit der Radikalkur mussten auch die Schulungen weichen, die den Franchisenehmern und ihren Mitarbeitern zur Verfügung standen. Was nicht gestrichen wurde: Die selbstständigen Burger King-Wirte sind per Vertrag verpflichtet, die Restaurantmanager zu trainieren und testen zu lassen.

Die Trainings und Tests finden jetzt per Internetkurs am Computerbildschirm statt, jeder Prüfling soll vorher ein Burger King-Handbuch durcharbeiten. "Das eignet sich für meine Mitarbeiter nicht", klagt Michael K., "von einem Computer kann man nicht lernen, wie man den Gästen besten Service anbietet." Einige Franchisenehmer erwägen, eigene Trainer für ihre Restaurants einzustellen - für ein hohes fünfstelliges Jahresgehalt. "Die Gastronomie hat eine sehr hohe Mitarbeiterfluktuation", mahnt Hubert D., "wo stehen wir denn in zwei Jahren, wenn die Mitarbeiter schlecht geschult sind?"

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