Fusion
Deutsche Börse und Nyse machen Zugeständnisse

In den Verhandlungen um die geplante Fusion von Deutscher Börse und Nyse haben die beiden Unternehmen der EU Zugeständnisse gemacht. Dadurch erhoffen sich die Partner die Zustimmung bis Anfang 2012.
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FrankfurtIn das zähe Ringen um den Zusammenschluss der Frankfurter und der New Yorker Börse zum weltgrößten Finanz-Handelsplatz kommt Bewegung. Die Deutsche Börse und ihr Fusionspartner Nyse Euronext boten EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia Zugeständnisse an, um die neun Milliarden Dollar (6,7 Milliarden Euro) schwere transatlantische Börsen-Allianz noch zu retten. Die EU will vor allem ihre Marktmacht im Handel mit Optionen und anderen Derivate-Papieren beschneiden. Die Börsen schlugen am Freitag vor, sich von einem Teil des Europa-Geschäfts mit Aktienderivaten zu trennen und ihre Clearing-Tochter für andere Börsenbetreiber zu öffnen. Dennoch bleibe „die überzeugende industrielle Logik der Transaktion“ gewahrt, erklärten sie.

Der Widerstand der EU gilt als größte Hürde auf dem Weg zu der vor neun Monaten angekündigten Börsenfusion. Almunia hatte schwere Bedenken geäußert, die die Fusionspartner auszuräumen versuchen. Dem Kommissar stößt vor allem die dominierende Rolle der Deutsche-Börse-Tochter Eurex und der zu Nyse gehörenden Londoner Derivatebörse Liffe im europäischen Derivatehandel auf. Deutsche-Börse-Chef Reto Francioni hatte argumentiert, dass der Handel mit den hochspekulativen Derivaten - Wetten auf die Entwicklung bestimmter Papiere oder Märkte - längst ein globales Geschäft sei und die wahre Konkurrenz in außerbörslichen, kaum regulierten Handelsplätzen liege, über die mehr als vier Fünftel des Handels abgwickelt würden. Die EU will den Handel oder die Abwicklung an die regulierten Börsen zurückbringen.

Börsianer und Juristen zeigten sich erleichtert: Die Aktie der Deutschen Börse war mit einem Plus von 4,7 Prozent größter Kursgewinner im deutschen Aktienindex Dax. „Erst habe ich mich gefragt: Was machen die denn? Aber auf den zweiten Blick ist das gar nicht so schlecht“, sagte Analyst Christian Muschick von Sylvia Quandt Research. Deutsche Börse und Nyse gäben nicht zu viel auf. Rechtsanwalt Martin Bechtold von Allen & Overy lobte, dass die beiden Unternehmen auch Strukturmaßnahmen vorgeschlagen hätten. Sie seien eine gute Basis für Verhandlungen. „Aus Sicht der Unternehmen sind das große Konzessionen - ich weiß nicht, ob auch aus Sicht der Kommission.“ Nyse-Chef Niederauer - der auch die gemeinsame Börse operativ leiten soll - und Francioni hatten Einsparungen von 400 Millionen Euro durch den Zusammenschluss in Aussicht gestellt.

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