Fusion
Gewerkschaften ringen um Macht bei der Bahn

Mit dem Zusammenschluss der Eisenbahner-Gewerkschaften Transnet und GDBA werden die Karten im Sektor Verkehr und Logistik neu gemischt. Kurzfristig könnte vor allem die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) profitieren: Sie will ihren neu formierten Mitbewerbern jetzt noch mehr Konkurrenz machen als bisher.
  • 0

BERLIN. „Wir werden bei den Zugbegleitern verstärkt Mitglieder werben“, kündigte eine Sprecherin an. Gute Interessenvertretung erfordere nicht Quantität, sondern Qualität – und die biete die GDL.

Die Spitzengremien von Transnet und GDBA hatten am Freitag endgültig grünes Licht für den markantesten Umbruch in der Gewerkschaftslandschaft seit Jahren gegeben: Transnet (220 000 Mitglieder) und GDBA (40 000 Mitglieder) wollen nun konkret ihre Verschmelzung zu einer neuen Verkehrsgewerkschaft einleiten. Beide hatten zwar zuvor schon eng kooperiert. Markant ist der Plan aber bereits deshalb, weil Transnet zum Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) gehört, die GDBA aber zum Beamtenbund (DBB) – wie auch die GDL mit ihren derzeit 34 000 Mitgliedern.

Gerangel um Dachverband

Die neue fusionierte Gewerkschaft wird ihre Heimat wohl unter dem Dach des DGB finden – also in einer Riege mit Verdi, IG Metall & Co. Deshalb setzt die GDL nun darauf, dass sie von Reibungsverlusten bei der Fusion profitiert und noch stärker mit ihrem speziellen Profil als Spartengewerkschaft punkten kann. Dieses hatte sie beim Lokführerstreik 2007 erstmals vehement herausgestellt. Die Fusionspläne seien ein Signal an die Mitglieder der GDBA, dass deren Gewerkschaft künftig „nicht mehr existieren wird“, stichelte die GDL.

Transnet-Chef Alexander Kirchner und GDBA-Chef Klaus-Dieter Hommel begründen ihren Plan jedoch gerade damit, dass eine „breit aufgestellte Interessenvertretung aller abhängig Beschäftigen im Verkehrsbereich“ immer wichtiger werde. Dafür spreche unter anderem eine immer direktere Konkurrenz zwischen Schiene, Straße, Schifffahrt und Luftverkehr.

Seite 1:

Gewerkschaften ringen um Macht bei der Bahn

Seite 2:

Kommentare zu " Fusion: Gewerkschaften ringen um Macht bei der Bahn"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%