Germanwings jetzt auch in Düsseldorf
„Wir versprechen keine goldenen Wasserhähne“

Die Billigtochter der Lufthansa startet in Düsseldorf. Ausgerechnet in der ersten Woche streiken die Piloten. Was das für Germanwings bedeutet und was sich für die Passagiere ändert, erklärt Airline-Chef Winkelmann.
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Die Lufthansa stellt seit dem Sommer ihren Europaverkehr abseits der Drehkreuze Frankfurt und München auf die Billigtochter Germanwings um. Am Sonntag ging es in Düsseldorf los – der erste Germanwings-Flieger hob ab nach Palma de Mallorca.

Zum Interview sitzt Germanwings-Chef Thomas Winkelmann entspannt in Jeans und Hemd in seinem Büro am Flughafen Köln/Bonn. Über dem Kopfteil seines Schreibtischstuhls hängt ein Bezug des Billigfliegers mit der Aufschrift „Mehr Beinfreiheit“. Seine langen Beine kann Winkelmann ausstrecken, doch allzu geräumig ist das Büro des Airlines-Chefs nicht. Auch hier zählen niedrige Kosten: „Der Kunde wird mir keinen Chefbüro-Zuschlag zahlen. Wir zahlen hier nur acht Euro pro Quadratmeter“, sagt Winkelmann.

Herr Winkelmann, ausgerechnet zum Start von Germanwings in Düsseldorf streiken die Lufthansa-Piloten. Wie sehr kann der Streik die Umstellung beeinflussen?
Eins ist klar: Wir können in Deutschland nur erfolgreich arbeiten, wenn die Einnahme-, aber auch die Kostensituation stimmt. Wenn eines von beidem aus dem Ruder läuft ist das System nicht profitabel zu fliegen.

Wie groß ist der Druck, dass in Düsseldorf alles klappt?
Wir müssen sehr konzentriert sein. Die Kunden erwarten sauberes, konzentriertes und freundliches Arbeiten. Die Germanwings ist aber schon lange im Geschäft und wir sind guten Mutes, dass wir das schaffen werden.

Versetzen Sie sich doch mal in einen Passagier: Sagen wir, Sie fliegen mit der Lufthansa jeden Montag von Düsseldorf nach Dresden. Von der Umstellung auf Germanwings haben Sie nichts mitbekommen und betreten nun den Flughafen. Was finden Sie vor?

Der gesamte Bereich A ist der Check-In-Bereich von Germanwings und Lufthansa. Das Check-In ist aber nach Marken getrennt. Gemeinsam nutzen wir die Ticketschalter, die Transferschalter und die Lounges nach der Sicherheitskontrolle. Ein Gast, der aus New York kommt und mit Germanwings nach Dresden weiterfliegt, kann sich bei Fragen für beide Teilstrecken an denselben Transferschalter wenden.

Und wenn Sie sich verlaufen und wie immer montags zum Lufthansa-Check-In gehen?
Es ist wie nach der Renovierung eines Hotels: Da hat sich vielleicht ein Gang verändert, aber daran muss man sich gewöhnen. Wir haben eine sehr gute Ausschilderung, auch sind Info-Stände dort, zudem stehen auch Hostessen für Fragen zur Verfügung. Aber natürlich ist es etwas Neues – und da kann es auch mal sein, dass jemand der es gewohnt ist, linksrum zu gehen, jetzt mal rechtsrum gehen muss.

Sie kommen in Dresden an. Was sagen Sie als Musterpassagier nach dem ersten Flug?
„Prima, ganz prima.“ Wir versprechen keine goldenen Wasserhähne, die will der Kunde auf der Kurzstrecke aber auch nicht. Das wichtigste sind ein gutes Netzangebot wie zum Beispiel Hamburg mit zehn täglichen Verbindungen oder Palma dreimal täglich, und natürlich die Pünktlichkeit.

Kommentare zu " Germanwings jetzt auch in Düsseldorf: „Wir versprechen keine goldenen Wasserhähne“"

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  • 4U ist nicht mehr billig.Für 19 Euro quer durch Europa, unabhängig der Streckenlänge, inclusive Gepäck und freier Sitzplatzwahl am Notausgang,das war einmal und ist lange her.

  • Nachdem Mehdorn mit AB fertig war - war?
    Kann 4U nun gemütlich abräumen.
    Sowas nennt man längerfristig orientierte Strategie.
    Am besten, LH nimmt Mehrdorn auch gleich auf die Paylist, damits auch was wird mit der Klage gegen BER sowie mit einem mehr oder minder unsauberen Niedergang von LH...

  • Germanwings hat ein gutes Produkt, die Preisgestaltung ist fair. Ich bin gespannt ob die sich so wie erhofft in DUS durchsetzen, Air Berlin abdrängen oder in Co-Existens. AB muss sich allerdings erst einmal um seine Zukunft kümmern.

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