Geschäftsentwicklung 2009
Deutsche Post wird mit Prognose vorsichtiger

Die Deutsche Post gibt sich mit Blick auf die Geschäftsentwicklung 2009 zurückhaltender als noch vor einigen Monaten. Hatte Post-Chef Frank Appel Mitte November noch erklärt, er 2009 voraussichtlich keinen Verlust zu machen, hieß es nun, dass es noch „zu früh“ sei, dazu etwas zu sagen.

HB FRANKFURT. "Ich bin mit einer Prognose sehr vorsichtig", sagte Konzernchef Frank Appel der "Süddeutschen Zeitung" (Samstagausgabe). Auf die Frage, ob er einen Verlust für 2009 ausschließen könne, antwortete er lediglich: "Es ist heute zu früh, um dazu etwas zu sagen." Mitte November hatte Appel erklärt, wenn wie geplant ein Großteil der geplanten Milliarden-Abschreibungen noch im laufenden Jahr verbucht werde, "haben wir 2009 keinen Verlust".

Die Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr will die Post am Donnerstag veröffentlichen. Bereits im Januar hatte der Bonner Konzern angekündigt, der operative Gewinn (Ebit) vor Einmaleffekten werde 2008 zwar "leicht über den geplanten 2,4 Mrd. Euro" liegen. Unter Berücksichtigung der Sonderfaktoren dürften aber operativ hohe Verluste angefallen sein. Zum Netto-Ergebnis äußerte sich das Management bislang noch gar nicht. Dem Unternehmen macht vor allem die radikale Sanierung seines kriselnden US-Expressgeschäfts zu schaffen.

Insgesamt blickt Appel aber zuversichtlich nach vorne, wie er der "SZ" sagte. "Das berichtete Ergebnis 2009 wird signifikant besser werden als 2008." Vor der Präsentation der neuen Konzern-Strategie Anfang März dämpfte der Manager zugleich die Erwartungen: Es werde kein grundsätzlich neues Konzept geben, betonte er. "Wir brauchen keinen Big-Bang." Ziel sei es vielmehr, Fortschritte zu machen, was etwa die interne bereichsübergreifende Kooperation angehe.

Handlungsbedarf sieht Appel bei den Arbeitszeiten. Hier wolle er ab Mitte 2010 - wenn der Tarifvertrag ausläuft - auf Veränderungen dringen. "Es ist meiner Meinung nach keine Katastrophe, wenn jeder täglich zehn Minuten länger arbeitet", sagte er. Die Produktivität im Briefgeschäft müsse dringend verbessert werden. "Wenn die Durchschnittserträge sinken, die Mengen der Post gleich bleiben und die Briefträger berechtigterweise mehr verdienen wollen, dann geht dies nur über längere Arbeitszeiten."

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