Gesprächsangebot
Fraport geht auf die GdF zu

Fraport hat der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) ein Gesprächsangebot gemacht. Der Flughafenbetreiber erwartet vor Verhandlungen aber, dass die Vorfeldmitarbeiter ihren Streik umgehend beenden.
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FrankfurtDer Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport hat am Mittwoch der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) schriftlich ein Gesprächsangebot übersandt. Wie Vorstandschef Stefan Schulte auf einer Pressekonferenz sagte, ist es verbunden mit der Aufforderung, die Streikmaßnahmen auf dem Vorfeld umgehend zu beenden und an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

„Wir erwarten von der GdF, dass sie dieses Gesprächsangebot annimmt und den Streik beendet. Dass diese Auseinandersetzung weiter zu Lasten der Passagiere und Fluggesellschaften geht, muss ein Ende haben“, betonte Schulte. Der Konzern sei bereits in einigen Punkten auf die „hohen Forderungen“ der Gewerkschaft eingegangen, sagte Schulte. Im Bereich der Vorfeldkontrolle seien diese nahezu erfüllt worden.

Von der GdF gab es zunächst keine Reaktion. Die täglichen Umsatzverluste betrügen wegen der immer besser werdenden Performance der Ersatzmannschaften nur noch einige 100.000 Euro für die Fraport, sagte Schulte. Er bestätigte zudem, dass bereits eine eigene Gesellschaft für die Vorfeldkontrolle gegründet worden ist.

Fraport bekommt die Auswirkungen des Streiks seiner Vorfeld-Beschäftigten immer besser in den Griff. Am Mittwoch - dem fünften Tag des Arbeitsausstands - sollten vorläufig nur noch 165 Flüge der geplanten 1260 gestrichen werden, sagte ein Sprecher des Flughafenbetreibers. Am Vortag waren noch rund 200 Flüge ausgefallen. Fraport hat sich bereits seit zwei Jahren auf einen Streik der Vorfeldmitarbeiter vorbereitet. Die Ersatzleute für die Lotsen seien seitdem im Simulator ausgebildet worden, berichtete Fraport-Chef Schulte.

Seit vergangenem Donnerstag streiken am größten deutschen Flughafen 200 Flugzeugeinweiser und wollen damit Lohnerhöhungen erreichen. Fraport hatte sich darauf vorbereitet und intern Personal geschult, das die Aufgaben übernimmt. Der Streik soll noch bis Freitag, 23 Uhr andauern. Sollte Fraport nicht auf die Arbeitnehmer zugehen, könne der Arbeitskampf noch Wochen fortgesetzt werden, droht die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF).

Hauptbetroffener der Arbeitsniederlegung an ihrer Heimatbasis ist die Lufthansa, die am Mittwoch allein 100 Flüge annullierte. In den ersten vier Streiktagen habe es knapp 700 Flugausfälle gegeben, von denen 55.000 Passagiere betroffen gewesen seien, sagte eine Lufthansa-Sprecherin. Dadurch seien der Fluglinie in dem Zeitraum Umsätze im hohen zweistelligen Millionen-Bereich verloren gegangen. Wenn der Streik noch wochenlang weiter gehe, schließe die Lufthansa juristische Maßnahmen gegen die GdF nicht aus, sagte sie weiter.

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