Gewerkschaft verlangt „umgehend“ Verhandlungen
Jetzt stellt Transnet der Bahn Ultimatum

Die Gewerkschaft Transnet will nicht länger in der zweiten Reihe sitzen und der Lokführergewerkschaft GDL die große Bühne überlassen: Ihr Chef Norbert Hansen verschärft in einem Brief an Hartmut Mehdorn jetzt den Ton und fordert ihn unabhängig vom Tarifkonflikt mit der GDL „umgehend“ zu weiteren Verhandlungen über bessere Entgeltstrukturen auf. Derweil hält sich die GDL alle Optionen offen.

HB BERLIN/FRANKFURT. Wenn es nötig sei, „uns wieder Respekt und Beachtung zu verschaffen, indem wir die Mitarbeiter (...) unsererseits zum Streik aufrufen, werden wir dieses auch tun“, schrieb Hansen an Mehdorn. Weiter hieß es: „Wir sind nicht bereit, länger zu akzeptieren, dass unsere Tarifverhandlungen für alle Tarifkräfte der DB AG gegenüber denen für eine einzelne Berufsgruppe zurückstehen müssen.“

Der Chef der konkurrierenden gewerkschaft GDBA, Klaus-Dieter Hommel, unterstützte Hansen. Auch er drängte die Bahn zu einem schnellen Entgegenkommen bei der geplanten neuen Einkommensstruktur für die Bahnmitarbeiter. Notfalls müsse dafür auch gestreikt werden, machte der GDBA-Vorsitzende klar. Bei der Entgeltstruktur müssten noch in diesem Jahr erste Ergebnisse erzielt werden, die sich 2008 für die Beschäftigten auswirkten. Der ganze Komplex könne aber nicht mehr in diesem Jahr abgeschlossen werden. Ziel sei die Anhebung der Entgelte in einem Stufenplan bis 2009 um zehn bis 15 Prozent. Hommel erneuerte die Aufforderung an die GDL, sich an den Verhandlungen über ein neues Entgeltsystem zu beteiligen. Dies sei der „Schlüssel für die Lösung des jetzigen Konflikts“.

Bisher war es die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), die der Bahn immer wieder Ultimaten gestellt hatte. Doch die GDL hat umgeschwenkt. „Wir wollen hier mal ein bisschen Ruhe reinbringen“, sagt Gewerkschafts-Sprecherin Gerda Seibert. Auch ein Bahn-Sprecher sagte, nach den Tarifgesprächen am Dienstag habe das Unternehmen mit der GDL Stillschweigen vereinbart.

Zugleich betonte die GDL erneut, vor kommendem Montag werde keine Entscheidung darüber fallen, ob das Angebot als Grundlage für Verhandlungen akzeptiert oder abgelehnt wird. Dann tagen die Spitzengremien der Gewerkschaft. Berichte, dass schon früher eine Entscheidung fallen könnte, wies ein GDL-Sprecher am Donnerstag in Frankfurt zurück. Die Details der Bahn-Offerte vom Mittwoch blieben weiter im dunkeln.

Der nordrhein-westfälische GDL-Landeschef, Frank Schmidt, hatte zuvor gesagt, die Entscheidung könne auch schnell gehen. Gremien der GDL untersuchten den Vorschlag derzeit „auf Herz und Nieren“, sagte Schmidt.

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