Gewinnziel 2004 bekräftigt
Energiepreise belasten Bahn zunehmend

Die Deutsche Bahn hat ihren Verlust im ersten Halbjahr des Jahres trotz anhaltender Schwierigkeiten im Fernverkehr weiter verringert. Insgesamt blieb der Konzern dennoch in den roten Zahlen und hat die eigenen Ergebniserwartungen verfehlt. Bahnchef Hartmut Mehdorn schloss zudem nicht aus, dass stark gestiegene Energiepreise die Bahn erneut zu Preiserhöhungen zwingen könne.

HB BERLIN.Zwar verringerte der Konzern seinen Betriebsverlust nach Zinsen den Angaben vom Montag zufolge auf 62 Mill. € von über 140 Mill. € im ersten Halbjahr 2003. Da der Fernverkehr alleine aber erneut mit über 200 Mill. € in die roten Zahlen fuhr, wurden die Erwartungen beim Ergebnis insgesamt verfehlt - auch wenn der starke Nahverkehr diesen Verlust zwischen Januar und Juni mehr als ausgleichen konnte. Insgesamt blieb der Konzern unter anderem wegen Verlusten im Schienengüterverkehr im Minus. Bahnchef Hartmut Mehdorn zeigte sich dennoch zufrieden: „Wir haben wichtige Meilensteine erreicht. Wir sind in der Spur.“ Im Gesamtjahr will der Konzern einen Gewinn ausweisen und sich damit für einen Börsengang bis 2006 empfehlen.

Mehdorn schloss angesichts der stark gestiegenen Energiekosten neue Preiserhöhungen nicht aus: „Wenn dies so weitergeht, dann muss sich das auch in den Preisen auswirken“, sagte er. Die Bahn hatte bereits im April die Preise im Fernverkehr im Schnitt um 3,4 % erhöht.

Schwarze Zahlen im Fernverkehr soll es frühestens im Jahr 2005 geben, wie es auch in der Mittelfristplanung der Bahn aus dem Dezember vorgesehen ist. Mehdorn hatte im Mai davon gesprochen, bereits 2004 hier wieder profitabel sein zu wollen. Die Bahn sprach am Montag von einem Kommunikationsfehler, gemeint gewesen sei der Personenverkehr insgesamt.

Die Sparte schnitt im zweiten Quartal deutlich besser ab als noch in den ersten drei Monaten dieses Jahres. Der Fernverkehr halbierte in diesem Vergleich die Verluste und der Nahverkehr baute seine Gewinne weiter aus. Mehdorn verwies aber darauf, dass neben den Energiepreisen auch die Konkurrenz der Billigflieger der Bahn weiter zu schaffen mache. Dazu käme die allgemeine Schwäche der Binnenkonjunktur. „Die Rahmenbedingungen haben sich insgesamt eher verschlechtert als verbessert“, sagte er. „Das erste Halbjahr war schwierig, das zweite wird nicht leichter.“

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