Glücksspielkonzerne
Private Fonds bieten für US-Casinos

Nach der jüngsten Konsolidierungswelle unter den Glücksspielkonzernen in Las Vegas wollen jetzt offenbar schwerreiche private Anlagefonds ihre Wetten platzieren. Nach bisher unbestätigten Meldungen in US-Medien haben die beiden Anlagefonds Apollo Management und Texas Pacific Group ihr Angebot für Harrah’s Entertainment auf 90 Dollar pro Aktie oder 16,7 Mrd. Dollar angehoben.

je PORTLAND. Harrah’s ist der größte Glücksspielkonzern der Welt mit Welt mit 54 Casinos, 8,3 Mrd. Dollar Jahresumsatz und 96 000 Beschäftigten in den USA, in Europa und auf den Bahamas. Die Gerüchte hoben den Kurs von Harrah’s.

Apollo und Texas Pacific bohren bereits seit Oktober bei Harrah’s. Ursprünglich haben sie 15,1 und dann 15,5 Mrd. Dollar für den Konzern geboten, dem in Las Vegas unter anderem die Casinos Caesar’s Palace, Flamingo, Bally’s und Paris gehören. Eine Übernahme für 16,7 Mrd. Dollar wäre die bisher größte Transaktion in der Casino-Branche und der sechstgrößte so genannte Leveraged Buyout der Geschichte – ein mit Schulden finanzierter Auskauf der Aktionäre. Wegen ihres hohen Bargeld-Durchsatz sind Casinos attraktive Übernahmeobjekte. Hinzu kommt, dass das in der puritanischen Tradition der USA lange verpönte Glücksspiel salonfähig geworden ist. Das Gewerbe boomt nicht nur im traditionellen Spielerparadies Las Vegas. Auf der Suche nach neuen Einnahmequellen genehmigen immer mehr Bundesstaaten Casinos. Harrah’s betreibt Casinos in 13 US-Bundesstaaten.

Erst im vergangenen Jahr hat Harrah’s den Konkurrenten Caesar’s Entertainment für insgesamt 9,4 Mrd. Dollar übernommen. Es war die bisher größte Casino-Akquisition. Sie folgte als Reaktion auf die Fusion von MGM Mirage mit Mandalay Resorts, mit der der 88-jährige Las Vegas-Veteran Kirk Kerkorian seine Vormacht auf dem berühmten „Strip“ von Las Vegas zementierte. Auf der mit riesigen Unterhaltungs- und Übernachtungsfabriken zugebauten Amüsiermeile kontrolliert MGM Mandalay über die Hälfte der insgesamt 72 000 Hotelzimmer. Es ist der zweitgrößte Glücksspielkonzern nach Harrah’s mit 28 Casinos, 6,4 Mrd. Dollar Umsatz und 64 000 Beschäftigten.

Vor der Übernahme von Caesar’s lag die Stärke von Harrah’s vor allem im Betrieb von Glücksspielschiffen, dem so genanntes Riverboat Gambling, und von Casinos in Indianerreservaten in verschiedenen Bundesstaaten. In diesen Reservaten, die begrenzte rechtliche Autonomie haben, gelten seit langem Sonderregeln für Glücksspiele. Vor der Fusion mit Caesars übernahm Harrah’s für 1,45 Mrd. Dollar die Horseshoe Gaming Holding Corp. mit Casinos in Louisiana, Mississippi und Indiana. In diesem Jahr kaufte das Unternehmen den britischen Casinobetreiber London Clubs International für rund 570 Mill. Dollar. Der US-Konzern ist ebenfalls in Spanien und Slowenien engagiert. Die Übernahme von Caesar’s machte Harrah’s mit einem Schlag zu einem der größten Casinobetreiber in Las Vegas

Texas Pacific wurde vor 14 Jahren gegründet und hat seitdem 28 Mrd. Dollar an Anlagemitteln in sechs verschiedenen Fonds eingesammelt. In diesem Jahr legte die Firma den bislang zweitgrößten Auskauf-Fonds mit einem Volumen von 15 Mrd. Dollar auf. Zu den Gründern von Apollo gehört unter anderem Leon Black, einer der führenden Köpfe der untergegangenen Investmentbank Drexel Burnham Lambert, die in den 80er Jahren mit Junk Bonds und Leveraged Buyouts Weltruhm erlangte.

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