Gravierende Benachteiligung
Rewe fordert Senkung der Rundfunkgebühr

Die Gebührensteigerung von 330.000 Euro auf 1,5 Millionen Euro will der Lebensmittelhändler nicht hinnehmen. Rewe prüft rechtliche Schritte gegen die neue Rundfunkabgabe.
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DüsseldorfIm Streit um die neue Rundfunkabgabe fordert die Rewe-Gruppe, Deutschlands zweitgrößter Lebensmittelhändler, eine Senkung der Gebühren. Das Kölner Unternehmen übt dabei scharfe Kritik an der hohen Belastung des Einzelhandels, gerade von Händlern mit einer großen Anzahl Filialen und vielen Mitarbeitern. „Unsere Gebühren steigen in den einzelnen Märkten um das Vier- bis Fünffache, in der Spitze sogar um das Achtfache“, sagte Thomas Nonn, Mitglied der Rewe-Geschäftsleitung, dem Handelsblatt.

Bei Rewe wird jeder der etwa 4500 Rewe- und Penny-Märkte sowie Fachmärkte einzeln veranlagt – und zwar auf Basis der jeweils Beschäftigten. Das belaste Rewe über die Maßen, was das Unternehmen als gravierende Benachteiligung bewertet. Bislang zahlte Rewe jährlich 330.000 Euro an die GEZ. Mit der Einführung der neuen Rundfunkabgabe wird sich die finanzielle Belastung auf 1,5 Millionen Euro erhöhen. Das geht aus einem Positionspapier hervor, das dem Handelsblatt vorliegt.

„Wir appellieren an die Bundesländer, eine Reform der Reform noch vor der Bundestagswahl anzugehen, ehe sie durch juristische Schritte letztlich dazu gezwungen sein werden“, sagte Nonn. Rewe hält das von den 16 Bundesländern beschlossene System zur Finanzierung von ARD, ZDF und Deutschlandradio für verfassungswidrig. Rechtliche Schritte gegen die aus Sicht des Unternehmens unzulässige Mehrbelastung würden derzeit geprüft. Diese sollen noch in diesem Jahr initiiert werden.

Zum Jahresbeginn wurde die bisherige GEZ-Gebühr abgeschafft und durch eine Zwangsgebühr ersetzt. Sie verpflichtet alle Haushalte und Unternehmen für die Angebote von ARD und ZDF zu zahlen, unabhängig davon, ob sie auch genutzt werden. Die Anstalten erhalten jährlich über 7,5 Milliarden Euro allein an Rundfunkgebühren.

Rewe gehört mit 200.000 Beschäftigten zu den größten Lebensmitteleinzelhändlern. Der Konzern ist genossenschaftlich organisiert und betreibt über 7000 Einzelhandelsfilialen sowie 4500 Filialen der Unternehmen Pro-Markt, Penny-Markt und Toom-Baumärkte.

Kirsten Ludowig
Kirsten Ludowig
Handelsblatt / Stellvertretende Ressortleiterin Unternehmen & Märkte
Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa

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  • Soviel zum Thema Aufkommensneutralität des "Rundfunkbeitrags".
    Bei meiner Firma ist auch der 6-fache Betrag fällig.
    Und das wird bei den meisten Firmen so sein. Als ob bei der Arbeit geglotzt würde.

    und wozu die viele Kohle: damit Wetten dass immer niveauloser werden kann. Die nächste Sendung wieder auf Mallorca. So können die Fernsehleute schön Urlaub auf GEZ-Zahler -Kosten machen.

  • Also ich kann nur sagen, ReweKunde, Sie sind einfach asozial! Klar, nicht nur REWE sondern alle Fialialketten aller Branchen müssen sich diese Kosten durch die Preise Ihrer Waren und/oder Produkte wiederholen! Und das belastet die Allgemeinheit MEHRFACH mit Rundfunkbeitrag. Ich habe manchmal das Gefühl, dass die aktuell Verantwortlichen in der Politik alles dafür tun, dass sich die Leute immer mehr Ihrem Hass ergeben und sich immer mehr den rechten oder linken Lagern zuwenden werden. Ich hoffe, es wählen die Deutschen dieses Jahr endlich diese sog. etablierten Parteien ab!

  • Lächerlich? Wenn REWE die Preise erhöht und/oder die Inhalte verkleinert, zahlt das schlussendlich der Konsument, also Sie! Ob Sie immer noch dabei lachen?

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