Große Anbieter in Deutschland legen um 18 Prozent zu
Die Nachfrage nach Zeitarbeit zieht wieder an

Der Zeitarbeitsmarkt befindet sich wieder im Aufwind und die größten Anbieter im Markt profitierenden davon überdurchschnittlich. Nach einer gestern vorgestellten Untersuchung des Beratungsunternehmens Lünendonk wuchsen die 15 größten Zeitarbeitsunternehmen in Deutschland im vergangenen Jahr durchschnittlich um 18 Prozent, während der Gesamtmarkt um rund zehn Prozent zulegte.

tel FRANKFURT/M. Für das laufende Jahr erwarten die von Lünendonk befragten Unternehmen im Schnitt etwas weniger Zuwachs: Knapp zwei Drittel der Unternehmen gehen für 2005 von einem Umsatzanstieg von bis zu zehn Prozent aus. Rund ein Drittel will bis zu 20 Prozent und mehr wachsen.

„Insgesamt 7 500 Zeitarbeitnehmer haben die 15 führenden Unternehmen im vergangenen Jahr eingestellt,“ sagte Hartmut Lüerßen, Geschäftsführer der Lünendonk GmbH, die sich auf Marktstudien aus den Dienstleistungssektor spezialisiert hat. Zwei Drittel der Zeitarbeitnehmer waren zuvor arbeitslos, 16,2 Prozent sogar länger als ein Jahr.

Getragen wird die positive Entwicklung der Zeitarbeitsbranche von dem 1,7-prozentigen Wirtschaftswachstum in Deutschland, 2002 und 2003 war die Branche noch geschrumpft. Vor allem die Industrie hat Arbeitnehmer auf Zeit nachgefragt, sie sorgte für mehr als die Hälfte des Umsatzes der Branche. Das Baunebengewerbe, Transport, Logistik und die Branchen IT und Telekommunikation sind weitere wichtige Kundengruppen. Von den letztgenannten Branchen erwarten die Zeitarbeitsfirmen auch in diesem Jahr eine steigende Nachfrage.

Zu den Top-5-Unternehmen zählen wie schon in den Vorjahren die Deutschlandtöchter internationaler Zeitarbeitsfirmen wie Randstad, Manpower und Adecco. Durch einen Zuwachs von 17,5 Prozent hat Manpower Adecco vom zweiten auf den dritten Platz verdrängt. Die Tochter des schweizerischen Adecco-Konzerns hat sich nach Umsatzeinbußen in Jahr 2003 allerdings wieder erholt und legte 2004 trotz hausgemachter Probleme mit der Buchführung um knapp 15 Prozent zu, so Lünendonks Schätzung. Gestern legten die Schweizer Zahlen für das erste Quartal 2005 vor. Das Betriebsergebnis stieg um 82 Prozent auf 108 Mill Euro. In Deutschland erzielte Adecco ein gutes Ergebnis.

Auch wenn die großen Anbieter überdurchschnittlich gewachsen sind, sei der deutsche Zeitarbeitsmarkt noch weit von der Tendenz zur Konzentration entfernt, wie sie in anderen Ländern vorherrscht, sagt Lünendonk-Geschäftsführer Lüerßen. Die 15 größten Anbieter vereinen gerade mal 37 Prozent des 7,5 Mrd. Euro schweren Gesamtmarktes auf sich. Zwei Drittel entfallen auf die 4 500 mittelgroßen und kleineren Unternehmen, die häufig regional und nach Branchen spezialisiert sind.

Um auch für konjunkturell schwierige Zeiten gewappnet zu sein, versuchen die Zeitarbeitsunternehmen laut Lünendonk-Befragung, in höhere Leistungsbereiche – sprich die Überlassung höher qualifizierter Arbeitnehmer – vorzudringen. Zudem stellen sie sich immer mehr als Problemlöser für ihre Kunden auf und bieten von der Übernahme einzelner ausgelagerter Projekte bis hin zu Personalverwaltungsaufgaben zahlreiche zusätzliche Dienste an. Laut Studie macht die klassische Zeitarbeit mit ihrer Arbeitnehmerüberlassung nur noch 80 Prozent des Umsatzes aus. 2003 waren es noch 85 Prozent.

Nachdem das Thema Personal Service Agenturen in den vergangenen zwei Jahren in der Branche noch für heftige Diskussionen gesorgt hat („Hier entsteht ein vom Staat subventionierter zweiter Zeitarbeitsmarkt!“), wird das Thema mittlerweile gelassener gesehen. Insgesamt behindern die Personalserviceagenturen laut Befragung die Arbeit der Anbieter nicht. Allerdings haben sie nach Einschätzung der Unternehmen deutlich zu einem Preisverfall im Markt beigetragen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%