Hamburger Kaffee-Erben haben Milliarden in der Kriegskasse
Herz-Familie greift nach Puma

Günter und Daniela Herz greifen nach dem Sportartikelkonzern Puma. Wie am Dienstag bekannt wurde, haben die früheren Tchibo-Eigentümer knapp 17 Prozent der Aktien des Herzogenauracher Unternehmens gekauft. In Kreisen der Familie hieß es, sie wollten sogar die Mehrheit übernehmen.

HAMBURG/MÜNCHEN. Für ihren Anteil hätten die Geschwister 500 bis 600 Mill. Euro bezahlt, verlautete aus dem Umfeld der Familie. Das entspräche in etwa dem Marktpreis, denn Puma wird an der Börse insgesamt mit rund 3,1 Mrd. Euro bewertet. Offizieller Käufer ist die Mayfair Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH, an der Günter Herz 53 Prozent hält und Daniela Herz 44,7 Prozent. Der Erwerb erfolgte am 2. Mai und ausschließlich aus vorhandenen Barmitteln, hieß es aus dem Umfeld der Familie.

Welche Ziele die Herz-Geschwister mit ihrem Investment verfolgen, wollten sie gestern nicht sagen. Es gab auch keine offizielle Bestätigung für eine geplante Mehrheitsübernahme. Familiensprecher Hinrich Stahl:, „Wir halten Puma für ein gutes Unternehmen mit einer stark weiterentwicklungsfähigen Marke. Ob die Familie Herz die Mehrheit an Puma halten will, kann ich nicht sagen.“

Die beiden Geschwister verfügen mit einem Vermögen von vier bis sechs Mrd. Euro über eine prall gefüllte Kriegskasse. Allein für den Verkauf ihres Anteils an dem Kaffee- und Kosmetikriesen Tchibo (Beiersdorf, Tchibo Röstkaffee) kassierten sie mehr als vier Mrd. Euro. Seither sind Günter und Daniela Herz immer wieder als Großinvestoren im Gespräch. Sie galten beispielsweise als Interessent für einen Einstieg beim Touristikkonzern Tui.

Puma-Chef Jochen Zeitz äußerte sich gestern positiv über den neuen Großaktionär. „Wir begrüßen die Investitionen vor allem auch im Hinblick auf die strategische Weiterentwicklung“, sagte der Manager. An der Börse kletterte der Kurs der Puma-Aktie um vier Prozent auf knapp 190 Euro und war damit der Tagesgewinner im Nebenwerteindex MDax. Auch Analysten bewerten den Einstieg positiv. Dies dürfte „kurzfristig für erhebliche Kursphantasie sorgen“, urteilte die Hypo-Vereinsbank. Die WestLB stufte das Papier von „neutral“ auf „outperform“ hoch.

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