Handelskonzern
Metro geht mit Gewinnrückgang in die Aufspaltung

Die Metro steuert mit einem Gewinnrückgang in die anstehende Aufspaltung des Handelskonzerns. Im Weihnachtsquartal verdiente der Konzern weniger als noch im Vorjahr. Konzernchef Koch bleibt dennoch zuversichtlich.
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DüsseldorfDer vor der Aufspaltung stehende Handelsriese Metro blickt auf eine durchwachsenes Weihnachtsgeschäft zurück. Zwischen Oktober und Dezember verdiente der Düsseldorfer Konzern bei stagnierenden Umsätzen weniger als noch vor Jahresfrist.

Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2016/17 lag der operative Gewinn (Ebit) vor Sonderfaktoren bei 821 (Vorjahr: 828) Millionen Euro, wie Metro am Freitag mitteilte. Vor allem die Großmärkte mussten Federn lassen. Metro blieb damit leicht unter den Erwartungen des Marktes. Analysten hatten im Durchschnitt ein Ebit vor Sonderfaktoren von 829 Millionen Euro prognostiziert. Auch beim Umsatz trat der Konzern auf der Stelle.

Metro-Aktien gaben deutlich nach, sie notierten am Vormittag mit einem Minus von knapp drei Prozent bei 30,97 Euro. Das Weihnachtsgeschäft ist für Händler zentral – sie fahren dann den Löwenanteil ihrer Gewinne ein.

„Das erste Quartal war sicherlich ein Transformationsquartal für uns“, räumte Vorstandschef Olaf Koch mit Blick auf die anstehende Aufspaltung des Handelsriesen in eine Lebensmittel- und eine Elektroniksparte ein. Am Montag sollen die Aktionäre die Pläne absegnen. Er gehe mit Zuversicht in die Hauptversammlung, versicherte Koch. Dazu hat der Metro-Chef auch Anlass: Die Großaktionäre der Metro haben sich hinter seine Pläne gestellt.

Kommt es so wie geplant, wird der Lebensmittelhandel rund um die Großmärkte und die Supermarkt-Kette Real im Sommer abgetrennt. So entsteht ein Unternehmen mit rund 37 Milliarden Euro Jahresumsatz und mehr als 150.000 Mitarbeitern in 35 Ländern. Die Anteilseigner der „alten“ Metro sollen Aktien dieser neuen Gesellschaft erhalten. Das Zuteilungsverhältnis beträgt 1:1 – für jede Metro-Stammaktie gibt es also eine Stammaktie des Lebensmittelhändlers.

Bei der bisherigen Metro verbleibt der Elektronikhändler Media-Saturn. Diese Holding firmiert künftig unter dem Namen Ceconomy und kommt auf einen Jahresumsatz von rund 22 Milliarden Euro mit 65.000 Mitarbeitern. Koch will beide Teile mit der Aufspaltung schlagkräftiger machen und auf Wachstumskurs schicken. Die Großmärkte sollen dabei nach langer Zeit wieder den Sprung in ein neues Land wagen. In Myanmar soll Anfang 2018 eine neue Niederlassung die Pforten öffnen, Gastronomen und Händler sollen beliefert werden. Zuletzt hatte sich Metro 2010 in ein neues Land getraut.

Im abgelaufenen Quartal konnte Media-Saturn anders als die Großmärkte und Real beim operativen Gewinn zulegen. Europas größte Elektronikhandelskette setzte zudem deutlich mehr Waren über das Internet ab: Der Online-Umsatz schnellte um über 25 Prozent auf 700 Millionen Euro in die Höhe.

Den Großmärkten machte dagegen unter anderem ein Preiskampf in Russland zu schaffen. Koch erwartet aber für das Land eine wirtschaftliche Erholung. Das könnte ihm in die Karten spielen. Denn die Großmärkte fahren einen Großteil ihrer Gewinne in Russland ein.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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