Handelskonzern
Metro verliert im Weihnachtsgeschäft Umsatz

Im wichtigen Weihnachtsgeschäft hat der Handelskonzern Metro keine Fortschritte erzielt. Im Vergleich zum Vorjahr sank der Umsatz leicht. Dabei entwickelten sich die Sparten des Konzerns sehr unterschiedlich.
  • 0

DüsseldorfDer Handelskonzern Metro hat im wichtigen Weihnachtsgeschäft etwas weniger Umsatz gemacht. Der Konzern verbuchte im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2016/17 mit seinen Großmärkten, der Supermarkt-Kette Real und dem Elektronikhändler Media-Saturn einen Umsatz von 17 (Vorjahr: 17,1) Milliarden Euro, wie er am Dienstag mitteilte.

„Insgesamt haben wir uns in einem anspruchsvollen Marktumfeld im Weihnachtsquartal solide behauptet“, sagte Metro-Chef Olaf Koch. Anleger zeigten sich hingegen enttäuscht: Mit einem Minus von bis zu 3,7 Prozent zählte die Metro-Aktie zu den schwächsten Wert im Nebenwerteindex MDax. Die Zahlen lagen nach Ansicht der Analysten von Baader Helvea unter den Erwartungen.

Federn lassen musste Real, der Umsatz sank auch durch die Schließung von Märkten um rund vier Prozent auf rund 2,1 Milliarden Euro. Die Cash&Carry-Großmärkte entwickelten sich dagegen trotz des Verkaufs des Vietnam-Geschäfts stabil. Bei Europas größtem Elektronikhändler Media-Saturn stagnierten die Umsätze bei 6,9 Milliarden Euro.

Punkten konnte Media-Saturn indes mit Reparaturdienstleistungen und Garantieverlängerungen – hier habe es zweistellige Wachstumsraten gegeben, erklärte der Konzern. Auch der über die Online-Shops von Media-Saturn erzielte Umsatz legte um mehr als 25 Prozent zu, obwohl sich die kriselnde Internet-Tochter Redcoon aus mehreren Ländern zurückgezogen hatte.

An seiner Prognose für das Geschäftsjahr 2016/17 hält Konzernchef Koch fest. Er erwartet auf Basis der aktuellen Konzernstruktur leichte Steigerungen beim Umsatz und beim operativen Ertrag (Ebit vor Sonderfaktoren). Koch hat Metro eine Aufspaltung verordnet. Dabei soll voraussichtlich Mitte des Jahres das Lebensmittelgeschäft um die Großmärkte und die Supermarktkette Real aus dem Metro-Verbund ausgegliedert werden.

Metro-Nachfolger soll die Holding Ceconomy werden, unter deren Dach das Elektronikhandelsgeschäft um Media Markt, Saturn und Redcoon gebündelt wird. Koch will mit dem Schritt beide Teile schlagkräftiger und für Investoren attraktiver machen.

Aufschlüsse über den Verlauf des Weihnachtsgeschäfts im deutschen Heimatmarkt ließen die Metro-Zahlen noch nicht zu – der Konzern schlüsselte sie nicht nach Regionen auf. Die Handelsbranche in der Bundesrepublik hatte angesichts steigender Beschäftigung, geringer Inflation und niedriger Zinsen optimistisch auf das Weihnachtsgeschäft geblickt.

Der Handelsverband HDE peilte für 2016 ein Umsatzplus von rund 2,5 Prozent an und setzte dabei auch auf ein Rekord-Geschäft um die Feiertage. Für den Dezember erwartete der HDE erstmals einen Monatsumsatz von mehr als 50 Milliarden Euro. Aber nicht nur die Erlöse sind zentral für die Branche: Die Händler fahren zum Jahresende traditionell auch den Löwenanteil ihrer Gewinne ein.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Handelskonzern: Metro verliert im Weihnachtsgeschäft Umsatz"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%