Handelskonzern
Noch immer keine Klarheit bei Douglas

Der Douglas-Aufsichtsrat will seinen Fokus auf die Sanierung der Buchhandelskette Thalia legen. Eine Weichenstellung für ein Delisting ist erstmal nicht zu erwarten.
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DüsseldorfÜber die Zukunft des Handelskonzerns Douglas wird wohl nicht rasch Klarheit herrschen: Bei der außerordentlichen Sitzung des Douglas-Aufsichtsrats am Mittwoch sind Finanzkreisen zufolge keine Weichenstellungen in Richtung auf Überlegungen zu erwarten, das Unternehmen von der Börse zu nehmen. Die Pläne stünden formell nicht auf der Tagesordnung, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Der Aufsichtsrat könne auch keine Empfehlungen dazu abgeben, da es kein öffentliches Übernahme-Angebot für Douglas-Aktien mit dem Ziel gebe, diese vom Kurszettel zu nehmen.

Der Schwerpunkt der Sitzung solle vielmehr auf Plänen zur Sanierung der Buchhandelskette Thalia liegen, die unter der Konkurrenz von Online-Händlern wie Amazon leidet, sagte ein weiterer Insider. Die Unternehmensberatung McKinsey arbeitet an einem detaillierten Konzept für die Kette, die Douglas aus eigener Kraft wieder auf Kurs bringen will. Ein Douglas-Sprecher sagte, der Konzern äußere sich nicht zu Angelegenheit des Aufsichtsrats. Douglas-Aktien drehten am Nachmittag ins Minus, erholten sich dann aber wieder leicht auf 36,44 Euro.

Konzernchef Henning Kreke prüft seit Wochen Pläne, Douglas von der Börse zu nehmen und strebt dabei die Unterstützung von Finanzinvestoren an. Finanzinvestoren könnten den Handelskonzern auf sein Kerngeschäft mit Parfüm und Schmuck zurechtstutzen. Abgespalten werden könnten die Ketten Thalia (Buchhandel), Hussel (Süßwaren) oder Appelrath Cüpper (Mode).

Kreke hatte immer wieder betont, es werde geprüft, ob eine Transaktion mit Finanzinvestoren überhaupt sinnvoll und machbar sei. Zu den von Kreke angesprochenen Finanzinvestoren gehören unter anderem Apax Partners und BC Partners, wie Insider aus der Private-Equity-Branche gesagt hatten. Das Vorgehen der Familie sei aber „in jedem Fall langfristig ausgerichtet und zielt nicht darauf, kurzfristig den schnellen Schnitt zu machen“, hatte Kreke versichert.

Der große Unbekannte in der Rechnung ist Erwin Müller. Der Drogerieunternehmer pirscht sich seit Monaten an Douglas heran und kontrolliert bereits über zehn Prozent. Zudem hat er indirekt Zugriff auf weitere 15,55 Prozent. Die Krekes selbst halten rund 12,6 Prozent, größter Aktionär ist der Oetker-Konzern, der 25,8 Prozent kontrolliert. Müller hat erklärt, er werde sich nicht vor der Hauptversammlung zu seinen Absichten äußern. Die Douglas-Anteilseigner kommen am 21. März in Essen zusammen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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