Handelskonzern
Umbaupläne bei Douglas werden konkreter

Dem angeschlagenen Handelskonzern Douglas steht ein umfangreicher Umbau bevor. Die Thalia-Buchhandelskette soll laut jüngsten Informationen auf größere Läden verzichten, auch eine Aufspaltung des Konzerns ist denkbar.
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FrankfurtIn den Umbau des Handelskonzerns Douglas könnte in den nächsten Tagen Bewegung kommen. Für Mittwoch hat Douglas Finanzkreisen zufolge zu einer Aufsichtsratssitzung geladen. Dabei gehe es vor allem um die Sanierung der Buchhandelskette Thalia, die mit der Konkurrenz von Online-Händlern wie Amazon zu kämpfen habe, sagte eine mit den Plänen vertraute Person.

Die Unternehmensberatung McKinsey arbeitet derzeit an Ideen für einen Thalia-Umbau. Konzernchef Henning Kreke hatte bereits angekündigt, nicht mehr auf Großfilialen zu setzen. In einem ersten Schritt soll eine Thalia-Filiale in Köln geschlossen werden.

Der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ zufolge geht es bei der Sitzung aber um mehr: Firmensenior Jörn Kreke wolle den Kontrolleuren seinen „Masterplan“ vorlegen, schrieb das Blatt. „Vor der Hauptversammlung am 21. März brauchen wir klare Verhältnisse“, zitiert die „FASZ“ ein Mitglied des Kontrollgremiums. Von Douglas war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Die Krekes wollen Douglas von der Börse nehmen und streben dazu die Unterstützung von Finanzinvestoren an. Kreisen zufolge wollen diese den Handelskonzern auf sein Kerngeschäft mit Parfüm und Schmuck zurechtstutzen. Diese Gespräche liefen weiter, Kreke sei nicht unter Zeitdruck, sagte die mit der Situation vertraute Person am Sonntag.

Abgespaltet werden könnten die Ketten Thalia (Buchhandel), Hussel (Süßwaren) oder Appelrath Cüpper (Mode), übrigblieben dann die Douglas-Parfümerien und die Christ-Juwelierläden. Douglas-Chef Henning Kreke hatte immer wieder betont, es werde geprüft, ob eine Transaktion mit Finanzinvestoren überhaupt sinnvoll und machbar sei.

Zu den von Kreke angesprochenen Finanzinvestoren gehören unter anderem Apax Partners und BC Partners, wie Insider aus der Private-Equity-Branche gesagt hatten. Das Vorgehen der Familie sei aber „in jedem Fall langfristig ausgerichtet und zielt nicht darauf, kurzfristig den schnellen Schnitt zu machen“, hatte Kreke versichert.

Der große Unbekannte in der Rechnung ist Erwin Müller. Der Drogerieunternehmer pirscht sich seit Monaten an Douglas heran und kontrolliert bereits über zehn Prozent. Zudem hat er indirekt Zugriff auf weitere 15,55 Prozent der Douglas-Anteile. Unklar ist aber bislang, ob und zu welchem Kurs er die weiteren Anteile kaufen kann oder muss, mit denen er seine Beteiligung auf rund 26,35 Prozent aufstocken würde. Dieser Anteil würde Müller zu einer Sperrminorität verhelfen, mit der der Ulmer Unternehmer die jüngsten Pläne der Eigentümerfamilie durchkreuzen könnte. Die Krekes selbst halten rund 12,6 Prozent an Douglas, größter Aktionär ist der Oetker-Konzern, der 25,8 Prozent kontrolliert. Müller hat bereits erklärt, er werde sich nicht vor der Hauptversammlung zu seinen Absichten äußern.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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