Hauptversammlung ohne große Überraschungen
Rhön-Klinikum bekräftigt Gewinnziele für 2003

Der fränkische Krankenhausbetreiber Rhön-Klinikum hat auf Grund von Kostensenkungen und dem Zukauf von Kliniken im zweiten Quartal mehr umgesetzt und verdient als ein Jahr zuvor. Das Unternehmen bekräftigte sein Gewinnziel für das Gesamtjahr und kündigte die Übernahme weiterer Krankenhäuser an.

Reuters FRANKFURT. „Die in den ersten zwei Quartalen sichtbaren Ergebnisse veranlassen uns, die vorliegende Ergebnisprognose für 2003 zu bestätigen“, teilte Rhön-Klinikum am Mittwoch in seinem Zwischenbericht an die Aktionäre mit. Danach rechnet das im Nebenwerteindex MDax gelistete Unternehmen weiterhin mit einem Konzerngewinn von über 70 Millionen Euro.

Im Zeitraum April bis Juni sei der Gewinn auf 18,1 Millionen Euro gestiegen von 13,8 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz erreichte 232,6 Millionen Euro nach 219,1 Millionen Euro vor Jahresfrist. Dazu habe auch die Übernahme von Kliniken in Dohna-Heidenau und Pirna beigetragen.

Analysten sprachen vor Beginn der Hauptversammlung in Frankfurt von einem Zwischenbericht ohne große Überraschungen. Die Vorzugsaktie gewann im frühen Handel fast zwei Prozent auf 35,70 Euro.

Mehr Patienten im ersten Halbjahr

In den ersten sechs Monaten wurden nach Konzernangaben 10,6 Prozent mehr Patienten in den eigenen Kliniken behandelt als im Vorjahreszeitraum. Das interne Umsatzwachstum im Klinikgeschäft - also ohne Zukäufe - betrug vier Prozent. Zwar seien die durchschnittlichen Erlöse pro Behandlungsfall im ersten Halbjahr um 2,5 Prozent gesunken. Dieser Entwicklung sei Rhön-Klinikum aber mit Kostensenkungen „erfolgreich“ entgegen getreten. Aus den Sparmaßnahmen verspricht sich der Konzern auch in den nächsten Quartalen eine Verbesserung der Ergebnisse.

Rhön-Klinikum hatte jüngst angesichts leerer Kassen bei den Kommunen und des daraus resultierenden Privatisierungsdrucks bei den öffentlichen Krankenhausträgern eine Reihe von Kliniken übernommen. Die letzte größere Akquisition war vor wenigen Wochen die Übernahme des Stadtkrankenhauses Cuxhaven mit 286 Betten. Aktuell befindet sich das Unternehmen, das insgesamt 29 Häuser betreibt, in zwei Schlussverhandlungen über eine mittelgroße und eine kleinere Klinik. „Generell zeigt die Menge der nach Kaufinteresse anfragenden öffentlichen Träger eine steigende Tendenz“, hieß es im Zwischenbericht.

Analysten: Erwartungen weitgehend erfüllt

Analyst Ludger Mues vom Bankhaus Sal. Oppenheim sagte zum vorgelegten Zwischenbericht: „Alles in allem hat es kaum Abweichungen von den Erwartungen gegeben.“ Besonders das interne Wachstum von vier Prozent im Halbjahr sei positiv. Bei den Materialkosten zeige sich der Erfolg der Sparmaßnahmen. „Die Personalkostenquote stagniert dagegen seit geraumer Zeit“, sagte Mues, der für die Vorzugsaktie einen fairen Wert von 39 Euro unterstellt und seine Einstufung der Aktie auf „Outperformer“ bestätigte.

Der seit dreißig Jahren bestehende Klinikbetreiber war 1988 als Aktiengesellschaft aus der ehemaligen Rhön-Klinikum GmbH hervorgegangen. 1989 war das Unternehmen als erster deutscher Klinikbetreiber an die Börse gegangen.

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