HCA-Verkauf
US-Klinikkette lockt auch Blackstone

Beim Verkauf der amerikanischen Klinik-Kette HCA kommt es offenbar zu einem Bietergefecht: Nachdem ein Konsortium aus drei Finanzinvestoren und dem Firmengründer Thomas Frist Anfang der Woche ein Angebot im Gesamtwert von 33,7 Milliarden Dollar gemacht hat, will nun auch die Private-Equity-Gesellschaft Blackstone um den US-Branchenprimus mitbieten.

FRANKFURT. Finanzkreise bestätigten gestern einen Bericht der Online-Ausgabe des Wall Street Journals, wonach sich die Manager der Private-Equity-Gesellschaft die Transaktion genau ansehen. Unmittelbar bevor stehe ein Gegenangebot jedoch nicht. „Das Konsortium hat eine tiefgreifende Kaufprüfung vorgenommen, das muss Blackstone erstmal nachholen“, sagte ein Investmentbanker. Zudem sei die Fremdfinanzierung für ein höheres Gebot nicht rasch auf die Beine zu stellen.

Das Angebot des Konsortiums, dem neben Bain Capital, Kohlberg Kravis Roberts (KKR) auch der Private-Equity-Arm von Merrill Lynch angehören, sieht einen Kaufpreis von 21,3 Mrd. Dollar und die Übernahme von Schulden im Wert von 11,7 Mrd. vor. Einzelheiten über die Finanzierung wurden zwar nicht mitgeteilt, doch nach Informationen aus Finanzkreisen soll der Eigenkapital-Einsatz des Konsortiums im Vergleich zu anderen Deals eher unterdurchschnittlich sein.

Für ein Bietergefecht sprechen könnte auch, dass das vorliegende Angebot HCA vergleichsweise moderat bewertet. Auch wenn die Offerte zur bislang teuersten Übernahme durch Finanzinvestoren führen könnte, liegt die Bewertung im Rahmen dessen, was für profitable Akutkrankenhäuser gezahlt wird. Rechnet man die geplante Schuldenübernahme mit ein, entspricht die Bewertung dem 1,4-fachen Jahresumsatz.

Als der Fresenius-Konzern im vergangenen Jahr die weitaus kleinere deutsche Klinik-Kette Helios kaufte, bezahlte er das 1,3-fache. Tenet, die Nummer zwei der US-Klinik-Branche wird an der Börse trotz Verlusten und einem Betrugsskandal immer noch mit fast einem Jahresumsatz bewertet. Die Marktkapitalisierung des Rhön-Klinikums liegt beim 1,1-fachen des Jahresumsatzes.

Unabhängig davon, ob sich ein Bietergefecht um HCA entwickelt, geht David Peknay, Branchenexperte bei der Rating-Agentur Standard & Poor’s in New York davon aus, dass weitere Finanzinvestoren versuchen, sich auf dem Klinikmarkt zu engagieren. „Es könnte weitere Käufe geben“, sagte er dem Handelsblatt.

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