Henkell macht den Preiskampf wegen Sparer-Mentalität nicht mit
Trennung von „Red Bull“ setzt Henkell zu

Die Trennung vom Energy-Drink „Red Bull“ und der schrumpfende Sektmarkt in Deutschland haben den Umsatz der Wiesbadener Sektkellerei Henkell & Söhnlein einbrechen lassen.

HB WIESBADEN. Wie das Unternehmen am Montag in Wiesbaden mitteilte, fiel der Umsatz im vergangenen Jahr von 624 auf 474 Millionen Euro. Der Absatz sackte zum Vorjahr um 19 Prozent auf 212,3 Millionen Dreiviertelliter-Flaschen ab, der Sektverkauf sank um 6,7 Prozent auf 118,2 Millionen Flaschen. Die Ertragslage der zum Oetker-Konzern gehörenden Kellerei nannte Vorstandschef Hans-Henning Wiegmann „ganz ordentlich“, ohne Zahlen mitzuteilen. Die ersten fünf Monate 2004 zeigten eine positive Tendenz: „Wir wachsen.“

Henkell hatte bis Ende Mai 2003 „Red Bull“ und den Softdrink „Carpe Diem“ vertrieben und beiden Marken nach Wiegmanns Aussagen eine starke Stellung verschafft. Deswegen habe der Eigentümer den Vertrieb selbst übernommen. Henkell büßte damit zwei Drittel seines Absatzes an alkoholfreien Getränken ein. Ohne diesen Einfluss wäre der Absatz um laut Wiegmann marktkonforme 4,3 Prozent gefallen.

Die extreme Kaufzurückhaltung der Deutschen führe zu einem Preiskampf, den Henkell nicht mitmache, sagte Wiegmann. Sein Haus habe „aus qualitäts- und imagepflegenden Gründen“ die Preise erhöht und dabei einen gewissen Mengenverlust einkalkuliert. Deutschlandweit sank der Sektverbrauch 2003 um 2,3 Prozent auf 3,8 Liter pro Kopf.

Nach dem Zukauf des rumänischen Sekt- und Wermut-Herstellers Astese im Herbst 2003 ist Henkell in acht europäischen Ländern vertreten und erzielt gut ein Drittel seines Umsatzes jenseits der Grenzen. Die Zukäufe der vergangenen Jahre seien keine Flucht vor deutschen Arbeitskosten, sondern eine strategische Expansion, sagte Wiegmann: „Wir gehen in neue Märkte.“ Zugleich werde an Organisation und Effizienz gearbeitet. Deshalb und wegen der Abgabe von „Red Bull“ sei die Beschäftigtenzahl von rund 2000 auf 1880 gesunken; knapp jeder Dritte Beschäftigte arbeitete Ende 2003 in Deutschland.

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