Höhenflug der Aktie
Alitalia lockt wieder erste Investoren an

Die Spekulationen über die italienische Fluggesellschaft Alitalia reißen nicht ab. Nachdem das schwer angeschlagene Unternehmen im Dezember eine überlebenswichtige Kapitalerhöhung über eine Milliarde Euro abgeschlossen hat, geht es seit Beginn des Jahres mit der Aktie steil nach oben.

MAILAND. Zuletzt waren Gerüchte über eine bevorstehende Übernahme der Alitalia durch Air France/KLM aufgekommen. Nach Angaben von Alitalia ist es für einen Zusammenschluss jedoch noch viel zu früh. Die beiden Gesellschaften arbeiten bereits zusammen und wollen die Kooperation in diesem Jahr weiter ausbauen, hieß es aus Unternehmenskreisen. Auch nach Ansicht der Analysten der Privatbank Euromobiliare hat eine Übernahme keinen Sinn, bevor die Sanierung der Alitalia nicht abgeschlossen ist.

Grund für den Höhenflug der Aktie, die seit Montag mehr als 20 Prozent zugelegt hat, ist auch der Einstieg ausländischer Investoren. Wie die italienische Börsenaufsicht mitteilte, haben sich zwei Investmentfonds und die norwegische Zentralbank an der italienischen Fluggesellschaft beteiligt. Der Londoner Investmentfonds Walter Capital Management ist mit mehr als acht Prozent zum zweitgrößten Alitalia-Aktionär nach dem italienischen Staat aufgestiegen. Die zum US-Vermögensverwalter Mellon Financial gehörende britische Newton Investment Management ist mit 4,2 Prozent beteiligt, und die norwegische Zentralbank Norges Bank mit 2,04 Prozent.

Mit der Kapitalerhöhung Ende Dezember ist die Staatsquote bei Alitalia von 62,3 Prozent auf knapp unter 50 Prozent gesunken. Die Kapitalzufuhr gehörte zum Sanierungsplan des Vorstandsvorsitzenden Giancarlo Cimoli, der die Kosten in den kommenden vier Jahren um eine Mrd. Euro senken will. Zudem will er das Unternehmen in die Fluglinie AZ Fly und die Bodendienst-Sparte AZ Servizi aufspalten. Für das dritte Quartal hatte Alitalia mit einem Nettogewinn von 5,5 Mill. Euro zum ersten Mal seit 2002 ein positives Ergebnis vorgelegt. Dennoch scheint eine komplette Gesundung noch weit entfernt: Am 19. Januar werden die Flugbegleiter gegen den Sanierungsplan streiken.

Katharina Kort
Katharina Kort
Handelsblatt / Korrespondentin
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