Holy Fashion Group
Boss-Gründer wollen neue Läden für Joop und Strellson öffnen

Die Holy Fashion Group will mit ihren Modemarken Strellson und Joop in die Offensive gehen. Für die Premiummarke Joop sollen eigene Geschäfte in Hamburg, Frankfurt und München eröffnet werden, für die junge Herrenmodemarke Strellson eigene Läden in Berlin und München, kündigte Vorstandschef Reiner Pichler im Gespräch mit dem Handelsblatt an.

DÜSSELDORF. „Wir brauchen Atmosphäre und Raum, um unsere Marken zu präsentieren und um weiter zweistellig zu wachsen“, sagte Pichler. Ziel sei es, die Holy Fashion Group zu einem der bedeutendsten Modekonzerne Europas zu entwickeln. Bisher hatte sich die Modegruppe mit Sitz im schweizerischen Kreuzlingen mit jeweils nur einem eigenen Laden in Deutschland an die traditionelle Arbeitsteilung von Industrie und Handel gehalten. Jeder fünfte Euro soll jedoch künftig in eigenen oder von Franchisepartnern geführten Läden verdient werden.

Die Holy Fashion Group spielt mit einem geschätzten Jahresumsatz von 340 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2006 und weltweit 32 eigenen Geschäften bisher in der Branche nur eine untergeordnete Rolle. Doch die Inhaber Jochen und Uwe Holy haben bereits einmal Geschichte geschrieben. In den 80er-Jahren legten sie den Grundstein für den Aufstieg von Hugo Boss zum heute größten deutschen Modekonzern.

Die Expansion mit den Marken Strellson und Joop soll aus dem Cash-Flow der Gruppe und Finanzmitteln der Familie bestritten werden. „Wir planen keinen Börsengang, da wir weder Geld noch die Öffentlichkeit brauchen. Auch ein Ausstieg steht nicht zur Debatte. Grundsätzlich will ich einen Börsengang aber nicht ausschließen“, sagte Marc Holy, Sprecher der Familie, dem Handelsblatt. Sein Vater und sein Onkel hätten schließlich einst auch Hugo Boss an die Börse gebracht.

An den Besitzverhältnissen der Marke Joop soll sich vorerst nichts ändern. Die finanzielle Schieflage des Partners aus Hongkong, der Egana-Goldpfeil-Gruppe, die unter anderem die Taschen und Uhren von Joop fertigen lässt, will Marc Holy nicht nutzen: „Es gibt keine Pläne, unseren Anteil weiter aufzustocken.“ Erst vor einigen Monaten hatten die Holys den Anteil in Folge des Ausstiegs des dritten Inhabers, des New Yorker Kosmetikkonzerns Coty, erhöht. Seitdem halten sie und Egana-Goldpfeil je 50 Prozent an Joop.

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