Hudson's Bay
Kaufhof-Mutter will in Europa rasant wachsen

Trotz Startschwierigkeiten und einem überraschenden Chefwechsel bei Kaufhof hat Eigentümer Hudson's Bay weiter ehrgeizige Pläne für Europa. Der Umsatz der Handelskette soll in zwei Jahren um 20 Prozent steigen.
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DüsseldorfDer nordamerikanische Kaufhof-Eigner Hudson's Bay will nach Anlaufschwierigkeiten und einem Chefwechsel bei seiner Warenhaustochter auf Wachstum schalten. Hudson's Bay wolle in seinem Europa-Geschäft mit Kaufhof im Zentrum in den nächsten 24 Monaten den Umsatz um 20 Prozent steigern, kündigte Verwaltungsratschef Richard Baker am Freitag in Düsseldorf an. Dabei sollen auch Neueröffnungen von Geschäften in Deutschland und den Niederlanden helfen.

Der Profit soll laut HBC-Vorstandschef Jerry Storch sogar noch schneller steigen. Allein 2017 wolle HBC rund 400 Millionen Euro in Europa investieren, binnen maximal sieben Jahren soll es eine Milliarde Euro werden. HBC stehe zu Kaufhof, Gerüchte um Verkaufspläne seien „absurd“.

„Wir wollen unsere Warenhäuser in Deutschland zu den besten Warenhäusern der Welt machen“, sagte Storch. Das sei auch nötig, denn es seien „herausfordernde Zeiten für die Warenhäuser rund um den Globus“. Die Kundenfrequenz sinke, der boomende Online-Handel sorge für Konkurrenz und die Bekleidungs-Verkäufe sänken: „Es liegt viel Arbeit vor uns.“

Der nordamerikanische Traditionskonzern Hudson's Bay Company (HBC) wurde 1670 gegründet - hatte 2015 den Sprung nach Europa gewagt und Kaufhof vom Handelsriesen Metro übernommen. Kaufhof mit seinen Warenhäusern in Deutschland und Belgien soll HBC als Basis für die Expansion in Europa bilden, in den Niederlanden ist HBC nun bereits vertreten. Doch nicht alles läuft rund - im wichtigen Weihnachtsgeschäft verzeichnete Kaufhof zuletzt einen Umsatzrückgang.

Der Chef des Konkurrenten Karstadt, Stephan Fanderl, berichtete dagegen in einem Reuters-Interview von einem Umsatzzuwachs. Hudson's Bay mit über 460 Filialen weltweit und 66.000 Mitarbeitern hatte zudem im Ende Januar abgelaufenen Geschäftsjahr 2016/17 einen Verlust von 516 Millionen Kanadische Dollar (umgerechnet 360 Millionen Euro) ausgewiesen. Grund waren unter anderem schlecht laufende Geschäfte bei der Shopping-Website Gilt.

„Wir müssen uns auf ein Jahr einstellen, in dem wir um jeden Euro in Umsatz und Ergebnis umso mehr kämpfen müssen“, hatte der scheidende Kaufhof-Chef Olivier Van den Bossche zuletzt zu Protokoll gegeben. Filialinvestitionen müssten zeitlich etwas gestreckt werden. Nun geht er, sein Nachfolger soll zum 1. Mai der ehemalige Toys'R'Us-Manager Wolfgang Link werden. Dieser verfüge über „herausragende strategische Fähigkeiten“, bescheinigte ihm Storch, der bei Toys'R'Us bereits mit Link zusammengearbeitet hatte. Es sei auch wichtig, dass Link Deutscher und Europäer sei. „Wir sind nicht arrogant und wissen nicht alles besser“, sagte Storch zu Berichten, zwischen nordamerikanischen Eignern und deutschen Managern gebe es Zwist bei der Strategie.

Auch werde in Kaufhof mehr investiert als dies der Fall gewesen sei, als die Kette noch Teil des Metro-Konzerns war. Doch seien die Aufwendungen vielleicht nicht ganz so hoch wie Hudson's Bay dies ursprünglich geplant habe. Doch nun sollten neue Geschäfte in Deutschland und den Niederlanden eröffnet werden, allein fünf unter dem Dach Saks OFF 5th in der Bundesrepublik. Neue Marken sollen die Verbraucher und vor allem auch jüngere Kunden anlocken. „Wir sorgen für den Wechsel“, betonte Storch. Gelinge dieser, könne die Zahl der Stellen bei Kaufhof sogar ansteigen: „Dann gibt es eher mehr als weniger Beschäftigte.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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