Hugo Boss
Langer stellt Anleger auf die Geduldsprobe

Die Anleger von Hugo Boss brauchen viel Geduld. Der Modekonzern rechnet erst 2018 mit Wachstum. Bei seiner neuen Strategie will sich Boss-Chef Mark Langer auf zwei Marken konzentrieren – und die Anzugpreise erhöhen.
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StuttgartBei Deutschlands größtem Modekonzern Hugo Boss ist vor allem Geduld angesagt. Anlässlich der Investorenkonferenz am Mittwoch kündigte der neue Vorstandschef Mark Langer an, dass 2017 ein Jahr der Stabilisierung werde. Richtig los soll es dann erst im Jahr darauf gehen.

„Der Großteil der strategischen Veränderungen wird im Jahr 2018 wirksam werden. Hugo Boss wird daher voraussichtlich 2018 auf den Wachstumspfad zurückkehren“, vertröstet Langer die Anleger. Die Reaktion kam prompt. Der Kurs der Boss-Aktie fiel am Morgen um knapp zwei Prozent auf 59,78 Euro.

Langer, der im Mai überraschend den Vorstandsvorsitz bei Hugo Boss übernahm, blieb in einer Telefonkonferenz manche Antwort schuldig. So legte er keine Zahlen für die Mittelfristplanung vor, anders als sein Vorgänger Claus-Dietrich Lahrs. Der musste im Februar abtreten, weil er seine Prognosen nicht einhalten konnte. „Wir werden uns zu unseren Zielen für 2017 zur Bilanzpressekonferenz im nächsten Jahr äußern“, sagte Langer. Auch zur Entwicklung des Filialgeschäfts wollte er sich nicht auf eine Zielgröße für die nächsten Jahre festlegen. Er wiederholte nur, die Expansion des Ladennetzes deutlich zu verlangsamen. Er will statt dessen lieber in die Modernisierung vorhandener Stores investieren.

Langer verlangt den Anlegern schon einiges ab. Sie sollen zwei Jahre warten, bis er den Konzern wieder aufgestellt hat. Unrentable Geschäfte will er schließen und gleichzeitig die Einstiegspreise bei Anzügen auf 500 Euro anheben. Auf Kritik daran, dass die Neuausrichtung von Boss zu lange dauert, antwortete er damit, „dass Boss derzeit auf sehr vielen Gebieten mit hoher Geschwindigkeit arbeitet“.

Bei der Vorstellung seiner Strategie kündigte Langer an, das Geschäft künftig auf zwei Marken zu konzentrieren: eine für gehobene Premiummode (Boss) und eine für trendbewusstere Kunden (Hugo). Im Handelsblatt-Interview hatte Langer bereits angekündigt, dass etwas mit den Marken Boss Orange und Boss Green passieren werden. Sie verlieren jetzt ihre Eigenständigkeit. Beide Linien werden in die Kernmarke Boss integriert, „um dem Boss-Kunden über alle Trageanlässe ein konsistentes Markenerlebnis zu bieten“, teilte das Unternehmen mit. Das spart vor allem Marketingkosten.

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Boss-Anzüge werden teurer

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  • Wer braucht denn " Online-Dating-Portale " wenn es Muckibuden zum Eisen biegen für uns Männer und für die Ladys den Knack-Po zum trainieren gibt ?

    Wenn ich Lust habe auf Spielbank, dann mache ich das ja auch nicht Online am PC. Sondern ziehe mir einen eleganten Smoking an, fahre nach Wiesbaden und verbinde das Ganze mit einem Besuch im Gourmetrestaurant Ente und einer Übernachtung im Nassauer Hof.

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