Hugo Boss mit neuem Boss
Ein Modestar wird bodenständig

Kein renommierter Topmanager der internationalen Luxusindustrie übernimmt die Führung des Modellabels Hugo Boss, sondern ein langjähriger Mitarbeiter des Metzinger Konzerns – eine richtige Entscheidung. Ein Kommentar.
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DüsseldorfViele werden enttäuscht sein. Kein renommierter Topmanager der internationalen Luxusindustrie übernimmt bei Hugo Boss das Kommando. Stattdessen wird der langjährige Finanzvorstand Mark Langer neuer CEO beim Modekonzern aus Metzingen.

Doch was wie eine Notlösung aussehen mag, ist eine pragmatisch-vernünftige Entscheidung für Hugo Boss. Es wäre fatal gewesen, noch weitere Monate nach dem Abgang von Vorstandschef Claus-Dietrich Lahrs mit der Suche eines großen Namens aus der Modewelt vergehen zu lassen. Das hätte den Schaden für die Modemarke noch vergrößert.

Außerdem hätte ein bekannter Manager aus London und Paris in der Öffentlichkeit hohe Erwartungen ausgelöst. Doch die kann derzeit niemand schnell erfüllen. Denn es braucht Zeit und unangenehme Entscheidungen, um dem einstigen Modestar Boss wieder zu neuem Glanz zu verhelfen.

In dieser Phase des Unternehmens sind keine großartigen Wunschstrategien gefragt, sondern vor allem Realismus. Deshalb ist die Entscheidung für Mark Langer eine vernünftige. Er kennt das Unternehmen seit vielen Jahren als Finanzvorstand. Er hat begonnen, die extreme Expansionspolitik mit immer mehr Läden, koste es, was es wolle, zu stoppen.

Jetzt ist insbesondere ein Koordinator und Umsetzer gefragt, um das einstige Vorzeigeunternehmen wieder auf Kurs zu bringen. Er braucht natürlich Manager an seiner Seite, die das nötige Know-How und die lange Erfahrung aus dem Einzelhandels- und dem Markengeschäft mitbringen: Das sind der neu ernannte Bernd Hake für Einzelhandel und Vertrieb und Ingo Wilts für das Marken- und Kreativmanagement.

Das Problem ist allerdings, dass Wilts womöglich erst zum 1. November zu Boss wechseln kann. Gerade die Marke Boss braucht aber möglichst bald eine Auffrischung, um wieder attraktiver zu werden und mehr Kunden in die weltweiten Läden zu locken.

Es stehen dem neuen CEO Langer also ein paar heiße Monate bevor. Der erste große Test ist die Hauptversammlung an diesem Donnerstag in Stuttgart. Dort wird er beweisen müssen, was er den kritischen Fragen der Aktionäre entgegenzusetzen hat, und ob es ihm gelingt, das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen.

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  • Du trolli, Du hast also auch den Redaktions-Troll entdeckt.

    Wir zwei beide,ein Dreamteam a la Wallraff

  • Jede bessere Redaktion braucht einen Troll

    Wenn man einen Contra-Artikel schreiben will,
    braucht man auch jemanden der bereit ist einen Pro-Artikel zu schreiben und seinen Namen darunter zu setzen.
    Bei manchen Themen ist es bestimmt schwierig so jemanden zu finden. Da hilft es wenn die Redaktion einen notorischen Troll hat.
    Der muss hin und wieder Aufruhr verursachen in dem er provokante Thesen vertritt und darf sich nicht zu schade sein auch mal auf die
    Kacke zu hauen.
    Der Handelsblatt-Troll scheint zur dieser Kategorie zu gehören. Der fällt mit solchen Artikeln ja öfter auf.

  • Eindeutig der Redaktions - Troll

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