Ikea-Vorstand Steve Howard
„Größe ist kompatibel mit Nachhaltigkeit“

Die Kontrolle der Lieferkette in Asien ist nicht nur bei Textilfirmen wie Kik schwierig. Ikea-Vorstand Steve Howard beschreibt, wie der Möbelriese schwarze Schafe aussortiert und warum sich Nachhaltigkeit rechnet.

ÄlmhultKann ein globales Unternehmen nachhaltig und ethisch produzieren und trotzdem günstige Preise anbieten? Vor der Herausforderung stehen nicht nur Modeunternehmen, sondern auch der Möbelkonzern Ikea. Ikea-Nachhaltigkeitsvorstand Steve Howard, der vorher für verschiedene Umweltorganisationen gearbeitet hat, beschreibt im Interview, wo die Probleme und die Chancen liegen.

Die Kontrolle der Zulieferer in Asien ist spätestens seit Unglücken wie in Bangladesch oder Pakistan ein großes Thema in der Textilindustrie. Könnte so etwas auch in der Möbelherstellung passieren?
Ich schlafe nicht schlecht. Aber das einzige, was mich nachts wach halten könnte, ist die Frage, wie man die Lieferanten überwachen kann. Wir haben hundert eigene Auditoren, deren Aufgabe es ist, Dinge zu entdecken, bevor sie passieren. Wir haben beispielsweise sechs direkte Zulieferer in Bangladesch. Wir haben sie mehrfach überprüft und dort bestehen keine Risiken. Aber besteht irgendwo anders ein Risiko, dass etwas passiert? Absolut, weil da hunderttausende Menschen beteiligt sind.

Kann einen diese Sisyphos-Arbeit nicht entmutigen?
Was du tun kannst, ist klare Vorschriften und klare Standards zu haben, die alle Menschen entlang der Produktionskette verstehen. Und dann musst du maximale Anreize für alle schaffen, sich daran zu halten und minimale Risiken einzugehen.

Haben Sie auch schon die Beziehung zu unsicheren Lieferanten beendet?
Ja. Wir hatten zunächst zwei Stufen von Standards: Die Minimumvoraussetzungen und die volle Erfüllung aller Vorgaben unseres Verhaltens-Kodex für Zulieferer, den wir IWAY nennen. Wir haben etwa 1000 direkte Zulieferer. Vor drei Jahren haben wir allen mitgeteilt, dass wir erwarten, dass sie künftig die kompletten Standards von IWAY erfüllen müssen.

Und das hat funktioniert?
Wir haben intensiv mit allen Zulieferern gearbeitet, um dieses Ziel zu erreichen. Aber 75 Partner konnten oder wollten diese Vorgaben nicht erfüllen. Mit denen haben wir die Zusammenarbeit beendet. Wenn sie wirklich gewollt hätten, hätten sie die Vorgaben erfüllen können. Aber sie haben sich dagegen entschieden.

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