In der Krise
Ryanair rechnet mit mehr Passagieren

Nicht jedes Unternehmen leidet unter der Wirtschaftskrise. Weil Reisende zunehmend auf ihre Ausgaben achten, rechnet der Billigflieger Ryanair auch für die kommenden Monate mit einem deutlichen Passagierzuwachs. Eine Toilettengebühr, wie zunächst geplant, wird es nicht geben – das allerdings aus einem gänzlich anderen Grund.

HB FRANKFURT. Der irische Billigflieger Ryanair rechnet auch für die kommenden Monate mit einem deutlichen Passagierzuwachs. Die Wirtschaftskrise spiele Anbietern wie Ryanair in die Hände, da viele Menschen zunehmend auf ihre Ausgaben achten müssten, sagte Firmenchef Michael O'Leary am Dienstag in Frankfurt. Für das laufende Jahr rechnet er mit einem deutlichen Passagierplus auf 67 Mio. Fluggäste. 2010 soll die Zahl auf auf 75 Mio. und 2011 auf 85 Mio. steigen.

Erreichen will O'Leary das unter anderem auch durch niedrigere Preise. Diese sollen im laufenden Jahr um zehn bis 15 Prozent gesenkt werden. Im neuen Geschäftsjahr 2009/10 (bis Ende März) werde Ryanair von niedrigeren Kerosinkosten und geringeren Zinsen profitieren und den Gewinn signifikant steigern, sagte der Firmenchef. Im vergangenen Geschäftsjahr hat der irische Billigflieger sein Ziel eines Nettogewinns zwischen 50 und 80 Mio. Euro wohl erreicht. "Es gibt keine Grund, diese Prognose zu ändern", sagte O'Leary.

Selbstbewusstsein demonstrierte der Manager auch, was das Verhältnis zu Konkurrenten anbelangt. "Wir könnten Lufthansa übernehmen", sagte er mit Verweis auf den höheren Börsenwert von Ryanair. Aber Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber könne "ruhig schlafen, wir werden das nicht tun". Ryanair plane vielmehr keine Zukäufe. Mit dem Versuch, den irischen Konkurrenten Aer Lingus zu übernehmen, war O'Leary mehrmals gescheitert.

Auch von den Plänen, eine Gebühr für die Toilettenbenutzung an Bord zu verlangen, muss O'Leary Abstand nehmen. Das Vorhaben habe das Unternehmen zwar zwölf Monate lang gemeinsam mit dem Flugzeughersteller Boeing verfolgt, es scheiterte letztlich aber an simplen technischen Hindernissen. "Boeing kann keine Toilettentüren mit Münzschloss machen", sagte O'Leary.

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