Industrieschau stemmt sich gegen die Krise
Hannover Messe: Dinosaurier bleibt auf Trab

6 150 Aussteller haben sich dieses Jahr zur Hannover Messe angemeldet. Für Wolfram von Fritsch, Vorstandsvorsitzender des Veranstalters Deutsche Messe AG, ist dieser Rückgang um rund vier Prozent schon ein Erfolg.

DÜSSELDORF. „Wir haben selbst in schwierigen Zeiten das hohe Niveau der Veranstaltungen aus den Jahren 2007 und 2008 erreicht“, sagt Fritsch.

Denn Maschinenbau und Elektroindustrie als die wichtigsten in Hannover ausstellenden Branchen sind voll von der Konjunkturkrise erfasst. Im Februar verbuchten die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer nur halb so viele Aufträge wie vor einem Jahr. Der Branchenverband VDMA hat seine Prognose für das laufende Jahr drastisch gesenkt und erwartet jetzt einen Rückgang der Produktion um preisbereinigt zehn bis 20 Prozent. Die Elektroindustrie rechnet mit einem Minus von fünf bis zehn Prozent.

Da ist bei zahlreichen Unternehmen vor allem Sparen angesagt. Teure Messeauftritte wie in Hannover fallen den Spardiktaten der Controller zum Opfer. Vor allem aus dem Bereich Automatisierung fehlen in diesem Jahr bekannte Adressen auf dem großen Messegelände unter dem Hermesturm: Sick, Schneider Electric, Mitsubishi Electric, Leutze, Rockwell, SAP und Schaeffler haben für Hannover abgesagt. „Wir machen mehr Hausmessen und achten mehr auf das Verhältnis Kosten zu Nutzen“, lautet die Begründung bei Schneider Electric. „Wir gehen mehr auf Spezialmessen“, heißt es bei Rockwell.

Andere Aussteller halten Hannover die Treue. „In Hannover können wir das gesamte Siemens-Spektrum zeigen – von der Stromerzeugung bis zur industriellen Anwendung“, sagt Siemens-Vorstand Heinrich Hiesinger. Der Münchener Konzern ist der größte Aussteller der Messe und hat wie im Vorjahr die gesamte Halle neun gebucht. Auch der US-Elektrokonzern Eaton sieht Hannover als richtige Plattform, um sich erstmals nach der Übernahme des Bonner Traditionsunternehmens Moeller in neuer Struktur zu präsentieren.

Neben konjunkturellen Gründen gibt es eine nie verstummte Kritik an der heterogenen Struktur der Hannover Messe. 13 Fachmessen präsentieren sich dieses Jahr in den 25 Hallen und decken die großen Gebiete Automation, Antriebstechnik und Energie aber auch Oberflächentechnik und Mikrosystemtechnik ab. Die Messemanager sehen diesen Verband als großen Vorteil Hannovers, weil Befragungen gezeigt hätten, dass Besucher im Durchschnitt vier Themenkreise besuchten und nicht nur wegen einer speziellen Branche kämen.

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