Ingenieurdienstleistungen
Altran plant Zukäufe in Deutschland

Der französische Ingenieurdienstleister Altran will in Deutschland wachsen - und rechnet mit deutlich mehr Auslagerungen nach der Krise. Deutsche Wettbewerber wie Brunel und Ferchau können sich schon mal auf einen verschärften Wettbewerb einrichten.

MÜNCHEN. Der französische Ingenieurdienstleister Altran will stärker auf dem deutschen Markt wachsen. "Diese Krise wird uns Gelegenheiten für Zukäufe geben", sagte Altran-Chef Yves de Chaisemartin im Gespräch mit dem Handelsblatt. "Wir wollen in Deutschland kleine und mittelgroße Forschungs- und Entwicklungsunternehmen übernehmen", kündigte de Chaisemartin an. Altran habe Barmittel von 100 Mio. Euro in der Kasse und könne auf zusätzliche Kreditlinien zugreifen.

Die in Paris notierte Altran ist mit 17 000 Mitarbeitern nach eigenen Angaben Europas führender Ingenieurdienstleister und High-Tech-Berater. Die 1982 gegründete Firma hat sich vor allem auf die Automobilindustrie, die Energiegwirtschaft sowie Luft- und Raumfahrtprojekte spezialisiert. In das Portfolio gehört seit 2002 auch die Unternehmensberatung Arthur D. Little, die von dem Deutschen Michael Träm geleitet wird.

Nach einem rasanten Umsatzwachstum in den vergangenen Jahren erwischte auch Altran die Krise hart. Im ersten Halbjahr brachen die Erlöse um 11,5 Prozent auf 721 Mio. Euro ein. Mit 30 Mio. Euro rutschte Altran in die roten Zahlen. Topkunden wie Renault und Peugoet-Citroën kürzten ihre Aufträge radikal zusammen. Seitdem greift ein Sparprogramm, bislang sind 1 100 Stellen gestrichen worden. Ob Altran noch in diesem Jahr aus den roten Zahlen kommt ist offen.

"Der Markt für Industriedienstleister wird zuerst anziehen, schneller als die Wirtschaft insgesamt", sagt de Chaisemartin. "Die Wirtschaft wird volatiler, die Unternehmen werden sich nach der Krise flexibler aufstellen als vorher", bekräftigt der Altran-Chef. De Chaisemartin leitet das Unternehmen seit 2008, zuvor war der Jurist Chef der Robert Hersant Media Group, dem Herausgeber der französischen Tageszeitung "Le Figaro".

Auf deutlich mehr Flexibilität nach der Krise setzen auch die Zeitarbeitsfirmen wie Adecco oder Randstad. Die Zeitarbeitsriesen haben bereits vor der Krise gute Geschäfte mit deutschen Autoherstellern und Maschinenbauern gemacht. Jetzt setzten die Entwicklungsdienstleister auf ihre Chance im erhofften Aufschwung.

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