Inside: Obi
Obi rüstet zum Auswärtsspiel

Marktführer Obi steht ein harter Kampf bevor. Herausforderer Praktiker steigt nach der Übernahme von Max Bahr ins Rennen um die nationale Nummer eins ein – und nutzt harte Bandagen. Derweil hat Obis Führungsetage die Zeichen der Zeit erkannt und stimmt in einen bekannten Slogan ein: Geiz ist geil.

So viel Spott musste sich in Deutschland schon lange kein Unternehmen mehr von der Konkurrenz gefallen lassen. „Überraschung in der Baumarktbranche: Obi ist preisgünstig!“, ließ Praktiker am Montag vor acht Tagen über das Fernsehen verbreiten, um anschließend ein launiges „April, April!“ nachzuschieben.

Die Attacken treffen Obi an der schwächsten Stelle. Jahrelang hatte die Tengelmann-Tochter aus Wermelskirchen bei Köln den Ruf als Billigheimer getrost den kleiner Konkurrenten überlassen. „Obi verzichtet bewusst auf Preisaktionen“, verkündete noch im vergangenen Jahr der Geschäftsbericht, im Mittelpunkt des Marktauftritts stünden „Kundenwünsche nach Service, Qualität und Nachhaltigkeit“.

Doch mit der Gelassenheit ist es nun vorbei. Durch die Übernahme des Hamburger Konkurrenten Max Bahr rückt Erzrivale Praktiker gefährlich nahe an Obi heran – und greift den Marktführer nun von zwei Seiten an: Die Preisführerschaft macht er Obi mit den aggressiven Praktiker-Märkten streitig, beim Service kontert er mit den 77 Standorten von Max Bahr.

Ob Obi den zusätzlichen Konkurrenzdruck schon im laufenden Geschäftsjahr (bis Ende April) zu spüren bekommen hat, hütet die Firmenleitung wie ein Geheimnis. Nicht einmal über die grobe Richtung der Umsatzentwicklung will man dort reden. Sicher aber ist: Nur wenn es Obi gelingt, den Wettbewerbern Marktanteile abzunehmen, kann die Nummer eins in der stagnierenden deutschen Do-It-Yourself-Branche noch auf Zuwachs hoffen.

Eine Studie der Managementberatung Mercer dürfte bei Obi-Chef Sergio Giroldi deshalb für blanke Nerven sorgen. Mit weitem Abstand, fand das beauftragte Marktforschungsinstitut Innofact heraus, sei der Preis der wesentliche Treiber für die Kundenzufriedenheit in der Baumarktbranche – weit vor den Faktoren Auswahl, Qualität und Service. Ausgerechnet hier aber habe Obi eine „relativ schlechte Bewertung“.

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