Jack Wolfskin
Blackstone will Schuldenschnitt für Outdoor-Ausrüster

Die Schuldenlast des hessischen Outdoor-Ausrüsters Jack Wolfskin soll mindestens halbiert werden. Darin sollen sich Insidern zufolge die Eigentümer des Unternehmens und der Finanzinvestor Blackstone einig sein.
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LondonDie Schuldenlast des hessischen Outdoor-Ausrüsters Jack Wolfskin soll mindestens halbiert werden. Darin sind sich der Eigentümer des Unternehmens aus Idstein bei Frankfurt, der Finanzinvestor Blackstone, und die Gläubiger einig, wie mehrere Insider der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag sagten.

Das Ringen darum, wer nach dem Schuldenschnitt das Sagen hat, hat aber erst begonnen. Blackstone hofft laut seinem Vorschlag, den der Investor vor einem Treffen mit Gläubigern vorgelegt hat, darauf, mit einer Kapitalspritze von 25 Millionen Euro die Mehrheit an Jack Wolfskin behalten zu können. Die Gläubiger, die dieselbe Summe an frischem Kapital beisteuern sollen, müssten im Gegenzug auf die Hälfte ihrer Forderungen von insgesamt 300 Millionen Euro verzichten.

„Das ist ein wenig überzeugendes Angebot“, sagte eine mit der Situation vertraute Person. „Warum sollten die Gläubiger einen massiven Verzicht hinnehmen und 25 Millionen Euro geben – und trotzdem nicht die Kontrolle übernehmen?“ Die Gläubiger von Jack Wolfskin sind zumeist Hedgefonds, allen voran HIG Capital, CQS und Sankaty, die es auf eine Übernahme anlegen. Die meisten Banken hatten ihre Forderungen an die Fonds verkauft.

Die Kreditgeber haben laut den Insidern eine eigene Offerte vorgelegt: Diese sieht einen Schuldenschnitt auf 100 bis 150 Millionen Euro und eine beträchtliche Kapitalspritze vor – danach würde die Firma aber den bisherigen Gläubigern gehören.

Blackstone sucht parallel einen Käufer für Jack Wolfskin. Der Finanzinvestor hatte 2011 gut 700 Millionen für das hessische Unternehmen bezahlt und musste schon einmal 75 Millionen Euro Kapital nachschießen, um die Gläubiger zu besänftigen. Mit dem Verkaufsprozess soll der Firmenwert von Jack Wolfskin bestimmt werden. „Keiner erwartet, dass sich so spät noch ein ernsthafter Käufer meldet“, sagte ein Insider.

Ausgelöst worden waren die Verhandlungen durch die schwachen Geschäftszahlen von Jack Wolfskin, die den Kreditgebern in absehbarer Zeit erlaubt hätten, die Verträge zu kündigen. Sie hatten Blackstone Anfang des Jahres sechs Monate Zeit gegeben, das Problem zu lösen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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