Jahresergebnis 2016
Uber verliert 2,8 Milliarden Dollar

Die schlechten Nachrichten nehmen kein Ende. Uber hat 2016 einen Nettoverlust von fast drei Milliarden Dollar eingefahren. Was vor wenigen Monaten noch egal gewesen wäre, wird jetzt zum Problem.
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San Francisco/BangaloreDer Fahrdienstvermittler Uber hat im vergangenen Jahr einen Nettoverlust von 2,8 Milliarden Dollar eingefahren. Der Umsatz betrug 6,5 Milliarden Dollar, teilte das US-Unternehmen am Freitag in einer E-Mail mit. Angaben zum ersten Quartal wurden nicht gemacht. Eine Sprecherin erklärte dazu, diese seien „offenbar im Rahmen der Erwartungen“. Die Agentur Bloomberg hatte zuerst die Ergebnisse vermeldet.

Zuletzt haben Negativschlagzeilen dem Ruf der kalifornischen Firma geschadet. Eine Ex-Mitarbeiterin wirft Uber vor, sexuelle Belästigung zu tolerieren. Zudem gibt es Patentstreitigkeiten mit der Google-Mutter Alphabet, Zwist mit Fahrern über Honorar-Kürzungen und Streit über technische Tricksereien, mit denen Uber Auflagen örtlicher Behörden umgehen wollte. Die Kommunikationschefin hat das Unternehmen verlassen und auch der President von Uber, Jeff Jones, ging im März von Bord. „Mir ist klargeworden, dass meine Ideale und Überzeugungen der Unternehmensführung nicht mit dem übereinstimmen, was ich bei Uber gesehen und erlebt habe“, so Jones, der erst kurz zuvor vom Einzelhändler Target gekommen war.

Zuvor war der Chefentwickler für Straßenkarten und Geschäftsplattform, Brian McClendon, gegangen. Nachdem er sich mit einem Fahrer eine wüste Auseinandersetzung geliefert hatte, die dieser mit einr Kamera festgehalten hatte, entschuldigte Chef und Mitgründer Travis Kalanick sich öffentlich und kündigte Anfang März an, einen COO für das Tagesgeschäft zu suchen.

Analysten sind jetzt gespannt, zu welchen Konditionen sich Uber in Zukunft am Kapitalmarkt wieder Geld beschaffen kann. Sie verweisen dabei besonders auf die extreme Unsicherheit durch die Klage der Google-Mutter Alphabet hinsichtlich Patentmissbrauch und Datendiebstahl. Ist Alphabet vor Gericht erfolgreich, könnten die Schadenersatzforderungen und Strafen massiv werden.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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