Jetzt hat Sinn-Leffers Probleme
Ex-Karstadt-Töchter reihenweise insolvent

Die Modehauskette Wehmeyer hat Anfang Juli Insolvenz angemeldet, in der vergangenen Woche folgte Hertie. Nun hat mit Sinn-Leffers offenbar auch die dritte ehemalige Karstadt-Quelle-Tochter (heute Arcandor) Finanzprobleme. Sie wird laut ihrem Eigentümer am Donnerstag ein Insolvenzplanverfahren beantragen. Unterdessen hofft der Hertie-Insolvenzverwalter mehr als die Hälfte der 72 Filialen retten zu können.

tia/HB DÜSSELDORF. Beim geplanten Verkauf der Warenhauskette Hertie zählt Insolvenzverwalter Biner Bähr auf die Unterstützung des ebenfalls angeschlagenen Mehrheitseigners Dawnay Day. Ohne den britischen Finanzinvestor, dem die Hertie-Immobilien gehören, wäre ein Verkauf der Filialen nicht einfach, sagte der Anwalt der Kanzlei White & Case am Dienstag. „Dawnay Day dürfte aber an einer Gesamtlösung interessiert sein.“ Er habe bereits Kontakt mit den Briten aufgenommen.

Über mangelndes Interesse an Hertie kann Bähr sich nach eigenen Angaben nicht beklagen. Er habe zahlreiche Anfragen erhalten. Ein Investmenthaus sei mit der Suche nach einem Investor beauftragt worden. Allerdings würden mindestens zwei Monate bis es zu einer Entscheidung ins Land gehen. Zunächst müssten die einzelnen Filialen auf Wirtschaftlichkeit geprüft und, wenn möglich, die Weichen für eine Ertragswende gestellt werden, sagte Bähr. Es werde sich wohl nur schwer ein strategischer Investor finden - daher schloss er den Einstieg von Finanzinvestoren nicht aus. „Finanzinvestoren werden viel zu leichtfertig verteufelt - sie sind in vielen Fällen die einzigen, die sich engagieren.“

Die Sanierung der insolventen Kaufhauskette könnte für einige unrentable Filialen das Aus bedeuten. Im Interesse des Gesamtunternehmens sei es durchaus möglich, dass Häuser geschlossen würden, sagte Bähr der Online-Ausgabe der „Süddeutschen“. Man könne sich in der Insolvenz nicht erlauben, Häuser mitzufinanzieren, die sich dauerhaft nicht tragen würden. „Das würde die Sanierung der anderen Häuser gefährden.“ Bähr betonte aber, um jedes einzelne Haus kämpfen zu wollen.

Karstadt-Quelle (heute Arcandor) hatte sich vor drei Jahren im Zuge seiner eigenen Sanierung unter anderem von Hertie, Wehmeyer und Sinn-Leffers getrennt.

Der Geschäftsführer des Sinn-Leffers-Eigentümers Deutsche Industrie-Holding (DIH), Peter Zühlsdorff, bestätgte gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ den beabsichtigten Antrag eines Insolvenzplanverfahrens. Eine Sprecherin von Sinn-Leffers hatte zuvor gegenüber Handelsblatt.com auf eine Pressekonferenz am Mittwoch verwiesen. Die Situation bei Sinn-Leffers soll nicht ganz so bedrohlich wie bei Hertie sein. Die Frankfurter Beteiligungsgesellschaft DIH strebt laut der Gewerkschaft Verdi keinen Verkauf der Modehauskette an, sondern will die 47 Filialen in einer Planinsolvenz unter Eigenregie sanieren.

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