Joint Venture mit Delta Air und Northwest
Air France will sich gute Karten für US-Geschäft sichern

Die französisch-niederländische Fluggesellschaft Air France-KLM will ihre beiden US-Partner Delta Air Lines und Northwest Airlines für ein Joint Venture für die Transatlantik-Linien gewinnen. So sollen die Flugpläne abgestimmt, das Angebot optimiert und Geld bei der Vermarktung gespart werden.

ali PARIS. Einen entsprechenden Bericht der Handelsblatt-Partnerzeitung „La Tribune“ bestätigte eine Sprecherin auf Anfrage. „An dieser Idee arbeiten wir“, erklärte sie.Ein solches Joint-Venture hatte Air France bereits Ende 2005 angestrebt, war aber am Einspruch der Wettbewerbsbehörden gescheitert. Aber seitdem hat sich mit dem Abschluss des Open-Sky-Abkommen zwischen den USA und der EU die Rechtsgrundlage geändert.

Die Air-France-Sprecherin dementierte indes die Tribune-Informationen, denen zufolge Air France-KLM jeweils eine Minderheitsbeteiligung an den beiden US-Fluggesellschaften anstrebe.

Die Fluggesellschaften stehen vor neuen Rahmenbedingungen durch das Abkommen „Open Sky“ zur Liberalisierung des Luftverkehrs zwischen der EU und den USA. Es sieht vor, dass künftig europäische Fluglinien von jedem Flughafen der EU aus Direktflüge in die USA anbieten können. Bislang dürfen sie nur von ihrem Heimatland aus die Vereinigten Staaten anfliegen. Umgekehrt können US-Fluggesellschaften ihren Zielflughafen in Europa ebenfalls freier wählen. Das Abkommen gilt als Meilenstein für mehr Wettbewerb, muss indes noch von den USA ratifiziert werden. Die EU-Kommission rechnet damit dass die Zahl der Fluggäste zwischen der EU und den USA fünf Jahre nach der Marktöffnung um 25 Mill. auf 75 Mill. zunehmen wird.

Die Billig-Fluglinie Ryanair hat bereits angekündigt, ab dem Jahr 2009 Trasatlantik-Flüge anbieten zu wollen. Gemäß dem Low-Cost-Konzept will Ryanair dabei Nebenflughäfen wie Baltimore (Maryland) und Providence (Rhode Island) ansteuern, wo es noch freie Kapazitäten gibt.

Vor diesem Hintergrund verfolgt Air France-KLM die Idee, die US-Partner enger an sich zu binden. Da das US-Recht Ausländern untersagt, mehr als 25 Prozent an einer US-Airline zu erwerben, ist ein Joint Venture „die einzige Option, die erlauben würde, die Kooperation für den Transatlantik-Markt zu verstärken und von den Kostensenkungsbemühungen der US-Gesellschaften zu profitieren“, kommentieren die Analysten des Brokers Oddo.

Die Air-France-Tochter KLM hat bereits ein gut funktionierendes Joint Venture mit der Airline Northwest, aber die Verträge dazu laufen Ende des Jahres aus. Ein Joint Venture zwischen Air France und Delta ist bisher nie zustande gekommen. Die US-Fluggesellschaften haben einen harten Sanierungskurs hinter sich.

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