Käufer zahlt etwa 600 Euro je Quadratmeter
NRW verkauft Wohnungskonzern LEG

Der nordrhein-westfälische Finanzminister Helmut Linssen hat offenbar sein Ziel erreicht. Nach Informationen des Handelsblatts aus Finanzkreisen wird die landeseigene nordrhein-westfälische Wohnungsgesellschaft LEG mit ihren 93 000 Wohnungen für rund 3,5 Mrd. Euro an den Whitehall-Fonds verkauft.

DÜSSELDORF. Der nordrhein-westfälische Finanzminister Helmut Linssen hat offenbar sein Ziel erreicht. Nach Informationen des Handelsblatts aus Finanzkreisen wird die landeseigene nordrhein-westfälische Wohnungsgesellschaft LEG mit ihren 93 000 Wohnungen für rund 3,5 Mrd. Euro an den Whitehall-Fonds verkauft. Die Tochter der Investmentbank Goldman Sachs gewann damit den Bieterwettstreit mit Deutschlands größter Wohnungsgesellschaft, der Deutschen Annington. Whitehall und das Finanzministerium in Düsseldorf wollten am Abend keine Stellung nehmen.

Seit Ausbruch der Finanzkrise im Sommer des vergangenen Jahres hat es in Deutschland keine Immobilientransaktion in vergleichbarer Größenordnung gegeben. Der Kaufpreis liegt über den jüngsten Schätzungen, die von 3,3 Mrd. Euro ausgegangen waren.

Neben der Deutschen Annington, die rund 190 000 Wohnungen besitzt, hatte auch noch der irische Investor Tomkin für die LEG geboten. Während ihm in der Immobilienbranche aber wenig Chancen eingeräumt wurden, wähnte sich die Deutsche Annington lange im Vorteil. Ein Annington-Sprecher wollte das Ergebnis des Bietergefechts gestern nicht kommentieren.

Der geschätzte Veräußerungserlös von 3,5 Mrd. Euro deutet darauf hin, dass der Käufer etwa 600 Euro je Quadratmeter Wohnraum zahlt. Vor der Finanzkrise waren wesentlich höhere Quadratmeterpreise bezahlt worden – auch für modernisierungsbedürftige Bestände. Die LEG muss in den nächsten Jahren noch überdurchschnittlich viel in die Instandsetzung von Wohnungen investieren. Etwa zwei Prozent der Wohnungen stehen leer. Das ist ein vergleichsweise niedriger Wert.

Das Land NRW kann den Nettoerlös nach Abzug von 2,7 Mrd. Euro Schulden nicht vollständig verbuchen. Von den 93 000 Wohnungen gehören nur 53 000 vollständig der 1970 gegründeten LEG. An den übrigen 40 000 Einheiten ist die Deutsche Rentenversicherung zur Hälfte beteiligt. Darüber hinaus muss das Land Minderheitsgesellschafter, deren Anteile sich auf zehn Prozent summieren, auszahlen.

Abzuwarten bleibt, was aus dem Projektentwicklungsgeschäft der LEG wird. Es passt nach Einschätzung von Branchenkennern nicht in das Geschäftsmodell von Whitehall.

Hans G. Nagl
Hans G. Nagl
Handelsblatt / Senior Financial Correspondent
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