Kapitalerhöhung
Alitalia erhält frisches Geld

Mit einer Kapitalerhöhung sichert die Fluggesellschaft Alitalia ihr Weihnachtsgeschäft. Doch nur einige Aktionäre beteiligen sich, ein dauerhafter Partner für die kriselnde Firma ist nicht in Sicht.
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MailandNach einer wochenlangen Hängepartie hat die angeschlagene Fluggesellschaft Alitalia offenbar die notwendigen 300 Millionen Euro eingesammelt, um den Flugbetrieb über Weihnachten zu sichern. Neben Altaktionären hätten sich auch neue Investoren und die staatliche Post an der Kapitalerhöhung beteiligt, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Die italienische Airline wollte sich zunächst nicht dazu äußern, kündigte aber eine Erklärung an. Die Kapitalerhöhung gehört zu einem von der Regierung eingefädelten Rettungspaket, das Alitalia über Wasser halten soll, bis ein Partner zur Unterstützung gefunden ist.

Das Management musste die Zeichnungsfrist verlängern, weil nicht ausreichend Aktionäre bereit waren, frisches Geld zuzuschießen. Großaktionär Air France-KLM etwa, der einen 25-Prozent-Anteil hält, zog bei der Kapitalerhöhung nicht mit, weil der französisch-niederländischen Fluggesellschaft die bisherigen Sparpläne nicht reichen.

Gleichwohl steht Alitalia mittlerweile besser da als bei der Privatisierung 2008. Längst wird die Belegschaft nicht mehr mit dem Taxi zu Hause eingesammelt, und neben niedrigeren Kosten ist auch die Flugzeug-Flotte verjüngt. Die Konkurrenz von Billig-Fliegern und Hochgeschwindigkeitszügen auf der wichtigen Route zwischen Mailand und Rom setzen der Airline aber schwer zu.

Alitalia sitzt auf einem Schuldenberg von mehr als 800 Millionen Euro und fliegt täglich Verluste von rund 700.000 Euro ein. Im Oktober griff die Regierung in Rom der Gesellschaft unter die Arme, um den Flugbetrieb zu sichern. Falls im kommenden Halbjahr kein strategischer Partner gefunden wird, droht der Airline nach Ansicht von Analysten, dass sie wieder am Boden bleiben muss. Potenzielle Kandidaten für eine Partnerschaft wie Air France, die Deutsche Lufthansa, Etihad Airways oder Aeroflot haben bisher kein Interesse bekundet.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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