Karnevals-Abteilung in Köln
Neue Karstadt-Chefin setzt auf Lokalkolorit

Eva-Lotta Sjöstedt will Karstadt aus der Krise führen. Deshalb hat die künftige Konzern-Chefin Filialen besucht und sogar selbst mitgearbeitet. Eine Erkenntnis: Der Karnevals-Shop in Köln hat Vorbildfunktion.
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KölnDie designierte Chefin der Karstadt-Warenhäuser will beim Umbau des angeschlagenen Konzerns aufs Tempo drücken. „Karstadt ist derzeit nicht profitabel“, sagte Eva-Lotta Sjöstedt am Freitag. „Und das muss sich schnell ändern“, betonte sie. Vor allem die Online-Aktivitäten des Kaufhof-Konkurrenten will die Schwedin ausbauen. Zugleich will sie das Geschäft stärker auf die lokale Nachfrage der Kunden ausrichten - sie hebt etwa die Karnevals-Abteilung in Köln lobend hervor. Offiziell erst ab Ende Februar im Amt, reist die ehemalige Ikea-Managerin derzeit durch die ganze Republik, um sich vor Ort ein Bild von den Karstadt-Warenhäusern und ihrem Geschäft zu machen.

„Ich werde deutschlandweit Filialen besuchen“, kündigte Sjöstedt an, während sie nichtsahnende Kunden in der Beauty-Abteilung der Kölner Karstadt-Filiale in der Breiten Strasse an der Kasse bediente. Der Kontakt zu den Kunden und zu den Mitarbeitern, die bei Karstadt schon Einiges einstecken mussten, sei ihr sehr wichtig. „Bei den Mitarbeitern setze ich auf Motivation. Wir alle wollen den Erfolg.“ Sie betonte zugleich: „Wir müssen schneller werden, wir müssen uns stärker an den Bedürfnissen der Kunden ausrichten.“ Filialen in Essen, Düsseldorf, Fulda und Münster habe sie bereits besucht – und dort auch mitgearbeitet. Dies ist auch ein Signal an die Mitarbeiter: „Ich trete für flache Hierarchien ein.“

Ihren Ehemann und ihre 16-jährige Tochter hat sie vorerst in Kopenhagen zurückgelassen. Sie selbst ziehe nach Essen – dort befindet sich die Karstadt-Zentrale: „Ich möchte lange bei Karstadt bleiben.“ Wenn sie sich eingelebt habe, dann sollten die beiden nachkommen nach Deutschland. Zum Glück, so erzählte sie, brauche der Flieger nur eine Stunde. Ihre beiden Söhne studierten und leben nicht mehr zuhause.

Sjöstedt wurde mit Wirkung zum 24. Februar zur neuen Chefin der Karstadt Warenhaus GmbH berufen, in der das Kerngeschäft gebündelt ist. Die Mehrheit an den Luxushäusern, wie dem Berliner KaDeWe, und den Sportgeschäften hat Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen bereits an den österreichischen Investor Rene Benko veräußert - und damit Spekulationen um die Zukunft Karstadts und eine mögliche Fusion mit der Metro-Tochter Kaufhof angeheizt. Mit Berggruen habe sie bereits gesprochen, versicherte Sjöstedt. Ihre Aufgabe sei aber das operative Geschäft: „Alles andere ist Sache der Eigner.“

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  • Das muessen ja Geistes-Giganten sein, die einen Spitzen-Job bekommen und erst noch die Sprache der Kunden und der Belegschaft lernen muessen. Jedenfalls die Verknuepfung von online und Laeden waere von jedermann wohlfeil zu haben gewesen. Wenn dann bei Karstadt alle Leute gedutzt werden, ist der turn-arround geschafft.

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