Katar stockt Anteil auf
Der nächste Angriff auf Sainsbury rollt

Der britische Handelskonzern Sainsbury findet keine Ruhe. Nachdem ein Investmentfonds der Herrscherfamilie Katars 25 Prozent der Aktien zusammengekauft hat, rechnen Analysten mit einem neuen Übernahmeversuch. Die Sainsbury-Führung hat seit Jahresbeginn mit Unterstützung der Familienaktionäre bereits ein Übernahmeangebot und einen Vorschlag zur Zerschlagung des Konzerns abgewehrt.

LONDON. Die angreifenden Investoren argumentieren, dass das Unternehmen sein Immobilienvermögen aggressiver beleihen sollte; der Vorstand und die Familie lehnen das im Sinne der langfristigen Stabilität ab. Die Aktie des Handelsunternehmens erreichte am Freitag ein Rekordhoch.

Der Investmentfonds Delta (Two) der katarischen Herrscherfamilie hat über Wochen hinweg Sainsbury-Aktien über die Börse aufgekauft. Am Freitag gab er bekannt, dass er den Anteil auf einen Schlag von 17 auf 25 Prozent erhöht habe. Er hat dafür 732 Mill. Pfund (1,1 Mrd. Euro) ausgegeben. Damit ist Delta (Two) nun eindeutig der größte Aktionär der Supermarktkette vor verschiedenen Mitgliedern der Sainsbury-Familie, die insgesamt 18 Prozent der Anteile halten. Verkäufer der Aktien sind nach Einschätzung von Analysten Hedge-Fonds, die auf einen Erfolg des Übernahmeangebots vom Februar gesetzt hatten.

Die jüngste Aufstockung könne der Auftakt zu einem Übernahmeangebot der Kataris sein, schreiben die Analysten der Citigroup in London. Die Zeitung „Sunday Telegraph“ berichtet unter Berufung auf Finanzkreise, dass die Investmentbanken Dresdner Kleinwort und Credit Suisse derzeit für die Kataris weitere Banken zur Finanzierung einer Übernahme suchen.

Der Fonds Delta (Two) wird von Paul Taylor geleitet, einem ehemaligen Angestellten des Londoner Immobilien-Tycoons Robert Tchenguiz. Das ist insofern pikant, als Tchenguiz sich selber mit rund fünf Prozent bei Sainsbury eingekauft hat. Er hat die Konzernführung aufgefordert, ihre Immobilien in eine separate Gesellschaft auszugliedern und die Filialen von der neuen Firma zurückzumieten. Mit diesem Schritt könnte Sainsbury nach seinen Berechnungen durch eine höhere Verschuldung vier Mrd. Pfund (rund sechs Mrd. Euro) freisetzen und an die Aktionäre ausschütten.

Ein Übernahmeangebot der Kataris würde zweifellos in eine ähnliche Richtung zielen. Anders wäre der Kaufpreis nicht zu rechtfertigen – schließlich ist die Sainsbury-Aktie mit dem 30-fachen des Jahresergebnisses mittlerweile schon etwa doppelt so teuer wie die des Branchenführers Wal-Mart aus den Vereinigten Staaten.

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