Kaufhaus-Kette mit weniger Verlust
Karstadt kommt immer besser in die Spur

Der Umsatz schrumpft weiter, aber die Sanierung bei Karstadt trägt offenbar Früchte. Eine weitere Filiale bleibt geöffnet. Den Nettoverlust soll die Kaufhaus-Kette mehr als halbiert haben.

BerlinDer Sanierungskurs von Karstadt zahlt sich einem Zeitungsbericht zufolge langsam aus. Im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr 2014/15 sei der Umsatz zwar weiter um 2,7 Prozent auf 2,15 Milliarden Euro gesunken, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ (Montagausgabe) ohne Angabe von Quellen. Der Nettoverlust habe aber auf 60 bis 70 Millionen Euro eingedämmt werden können. Das Betriebsergebnis sei nahezu ausgeglichen.

Für das Geschäftsjahr 2013/14 hatte Karstadt bei einem Umsatz von 2,65 Milliarden Euro einen Betriebsverlust von 108 Millionen Euro und einen Fehlbetrag von gut 190 Millionen Euro ausgewiesen.

Der österreichische Immobilien-Investor Rene Benko hatte Karstadt 2014 übernommen und zunächst den Rotstift angesetzt. Bis spätestens 2016 sollen noch vier weitere Filialen schließen. Wie die Zeitung weiter berichtet, soll das Jahresergebnis am Mittwoch bekanntgegeben werden.

In der vergangenen Woche hatte Karstadt seine Schließungspläne weiter reduziert: Neben dem Warenhaus in Mönchengladbach soll nun auch die Filiale in Dessau weitergeführt werden. Karstadt-Finanzvorstand Miguel Müllenbach sagte am Donnerstag, damit könnten rund 70 Arbeitsplätze erhalten bleiben. Karstadt habe mit dem neuen Eigentümer der Immobilie in Dessau „einen neuen Mietvertrag auf angepasster wirtschaftlicher Basis“ abschließen können, begründete der Manager den Kurswechsel.

Karstadt hatte im Mai angekündigt, im Zuge der Sanierung 2016 die Filialen in Recklinghausen, Bottrop, Mönchengladbach-Rheydt, Dessau und Neumünster aufzugeben. Die Standorte hätten keine Zukunftsperspektive. Bereits im Juli hatte das Unternehmen jedoch die Schließungspläne für das Haus in Mönchengladbach revidiert. Dort hatte die Entwicklungsgesellschaft der Stadt (EWMG) das Karstadt-Haus vom bisherigen Eigentümer gekauft und dem Unternehmen attraktivere Rahmenbedingungen für den Verbleib geboten. Zu den anderen Schließungsfilialen äußerte sich der Konzern nicht.

Agentur
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