Keine innerdeutschen Flüge
Easyjet eröffnet Drehkreuz in Berlin

Easyjet-Chef Ray Webster kündigte an, am Mai 2004 werde der Billigflieger mit sechs Maschinen elf Strecken in sechs Ländern von Berlin aus anfliegen. Der Berliner Flughafen Berlin-Schönefeld, soll ein großes Drehkreuz mit Wachstumspotenzial werden.

HB DÜSSELDORF. Fünf Maschinen will der britische Billigflieger in Berlin fest stationieren. Auf innerdeutsche Flüge jedoch verzichtet die Fluggesellschaft vorerst. Für die Zukunft wolle er dies aber nicht ausschließen, sagte Easyjet-Chef Webster.

Nach Deutschland besteht bislang nur eine Verbindung vom Londoner Flughafen Stansted nach München. Im März dieses Jahres hatte Easyjet seine Pläne für einen Einstieg in den deutschen Markt über den Erwerb der Deutschen BA vom damaligen Eigner British Airways aufgegeben.

Das Unternehmen hatte seinen Rückzug mit dem angeblich unflexiblen deutschen Arbeitsrecht und zerstörerischem Wettbewerb am deutschen Luftfahrtmarkt begründet. Bei der Vorstellung der neuen Pläne sagte Webster am Mittwoch vor Journalisten, das ursprüngliche Engagement für die Deutsche BA sei „nicht der richtige Weg für einen Markteintritt in Deutschland“ gewesen.

Größter Airportlaunch überhaupt

Berlin sei eine der attraktivsten Städte in Europa mit einem großen langfristigen Wachstumspotenzial, sagte Webster. „Dies wird unser größter Airportlaunch überhaupt.“ In Berlin sollen 300 bis 400 direkte Arbeitsplätze geschaffen werden. Bis 2009 werde easyJet die in Berlin stationierten Maschinen auf zehn erhöhen. Zum finanziellen Engagement sagte Webster lediglich, es gehe um Millionen von Euro pro Jahr für die nächsten Jahre.

Als Konkurrenz im deutschen Markt sieht Webster, der auf Touristen und Geschäftskunden setzt, sowohl traditionelle Fluglinien wie die Lufthansa oder andere Billigflieger wie Ryanair. Er gehe davon aus, dass traditionelle Fluglinien durch den zunehmenden Wettbewerb dazu veranlasst würden, ihre Routen an die Billigflieger abzugeben.

Komplettes Terminal

Von den easyJet-Plänen dürfte auch der Flughafen Berlin-Schönefeld profitierten. Nach der gescheiterten Privatisierung soll er bis 2009 zum internationalen Großflughafen Berlin/Brandenburg ausgebaut werden. Durch die Flüge von easyJet soll sich das Passagieraufkommen in Schönefeld bis Ende 2005 auf über drei Millionen verdoppeln. easyJet wird den Angaben zufolge das komplette Terminal B und damit rund ein Drittel der entsprechenden Kapazitäten mieten.

Ab Mai sind tägliche Flüge ab 25 Euro nach Großbritannien (unter anderem Liverpool und London), Paris und Nizza sowie Ziele in Spanien wie Palma de Mallorca geplant. Auch Kopenhagen, Neapel und Athen sollen angeflogen werden. Bisher bedient der Billigflieger mit seinen 75 Flugzeugen 124 Routen zwischen 39 europäischen Flughäfen. Von den bisher neun Stützpunkten der Fluggesellschaft befinden sich nur drei auf dem europäischen Kontinent; in Paris, Amsterdam und Genf. Die übrigen sechs liegen in Großbritannien.

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