Klaus Bath
Strafanzeige gegen den Teldafax-Chef

Der größte unabhängige deutsche Stromanbieter Teldafax wird zum Fall für die Strafverfolgungsbehörden. Der Staatsanwaltschaft Landshut liegt eine Anzeige gegen Teldafax-Vorstandschef Klaus Bath vor. Die Vorwürfe: Insolvenzverschleppung und Beihilfe zum Betrug.
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DÜSSELDORF. Ein Sprecher der Behörde bestätigte den Eingang der Anzeige, wollte sich zu Details jedoch nicht äußern. Die Behörde muss Tausende von Dokumenten auswerten. Die Prüfung wird voraussichtlich noch Wochen dauern. Nach Informationen des Handelsblattes beschäftigt sich die Staatsanwaltschaft nicht nur mit Bath. Neben dem Vorstandsvorsitzenden von Teldafax ist nämlich auch sein Vorgänger Michael Josten angezeigt worden. Josten sitzt wegen einer früheren Verurteilung wegen Anlagebetrugs bereits in der Justizvollzugsanstalt Bruchsal ein.

Teldafax äußerte sich zu der Strafanzeige in Landshut nicht, teilte auf Anfrage jedoch mit, dass schon die Staatsanwaltschaft Bonn ein Überprüfungsverfahren gegen Bath eingeleitet habe. Derzeit bestehe jedoch kein Anfangsverdacht.

Anzeige gegen Debi Select

Der Anzeigensteller, Unternehmensberater Stefan Löhr aus Würzburg, sieht einen ganzen Kreis von Betrügern. Der Finanzexperte hat in den vergangenen Jahren gemeinsam mit Kollegen mehr als eine Million Euro von privaten Investoren eingeworben, um diese Gelder bei der Fondsgesellschaft Debi Select anzulegen. Der Fonds versprach eine sichere Anlage mit 8,25 Prozent Rendite.

Dann erfuhr Löhr zu seinem Schrecken, dass Gelder aus den Debi Select Fonds an Teldafax und Schwestergesellschaften flossen – an hochverschuldete Unternehmen also, die nie Gewinn schrieben. Bei der größten Gesellschaft, Teldafax Energy, fehlen sogar die Jahresabschlüsse 2008 und 2009. Ihre wirtschaftliche Verfassung ist also für Außenstehende gar nicht einzuschätzen.

„Ich kann nicht ruhigen Gewissens zusehen, wie hier mit Geldern meiner Kunden umgegangen wird“, sagt Löhr. Seit Wochen habe er sich darum bemüht, bei Debi Select zu erfahren, wo genau das Geld der Anleger investiert worden ist und warum die Millionen ausgerechnet bei Teldafax landeten. Er habe jedoch keine Antwort erhalten.

Löhr hat deshalb die Debi-Select-Geschäftsführer Josef Geltinger und Peter Ziegler wegen Betrugs angezeigt. Er fürchtet, dass die beiden genau so wie Teldafax-Chef Bath Teil eines Systems sind, das von dem bereits verurteilten Anlagebetrüger Michael Josten ausgedacht und initiiert wurde.

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  • In dieser Gesellschaft wird des Geldes wegen gelogen, was das Zeug hält. Der Sprung von der Lüge zum Betrug ist nicht sehr hoch, das schafft fast jeder, dessen Gewissen durch jahrelange Verlogenheit sowieso schon nicht mehr gesund ist.
    Die Verlogenheit ist geradezu durch die Politik legitimiert, die es selbst nicht anders macht. Der Weg zurück zu den Tugenden, die gerade in Deutschland einmal etwas wert waren scheint vorloren gegangen. Die welche noch auf diesem Weg gehen werden eher noch belächelt.
    Ich bin nicht Gottesgläubisch, aber Sodom und Gomorra ist selbst mir ein Begriff.Ich denke, wenn Moral völlig und bei fast allen im Eimer ist, muss etwas geschehen, was den Karren aus den Dreck zieht. Dabei hoffe ich nur, dass es ein grüner Karren und kein Brauner sein wird.

  • Es ist immer wieder erstaunlichm wie lange sich
    Strafverfolgungsbehörden Zeit lassenm bis sie gegen
    die verantwortlichen Anlagebetrüger vorgehen. Auch
    bei Teldafax agieren Manager aus zweifelhaften Seilschaften,und die Anleger werden ihr Geld nicht wiedersehen.
    Auch hier kann man trösten: Euer Geld ist nicht
    weg, es hat nur ein anderer

  • bemerksenwert ist, dass wieder ein Rechtsanwalt zitiert wird, der auf einen Schadenersatzprozess auf Grundlage der Fehlerhaftigkeit des Verkaufsprospekts setzt.

    Dabei kreisen die derzeitigen Vorwürfe in bezug auf den Fonds nicht darum, sondern vielmehr um die nicht vertrags- bzw. auftragsgemäße Verwendung des von den Anlegern eingeworbenen investitionskapitals.

    Haftungsrechtlich sind dies allerdings zwei verschiedene Paar Schuhe, so sehr der Proepskt unter Umständen auch falsch sein mag.

    Solche berichte leisten einer erneuten Anspruchswelle Vorschub, die - per se berechtigt oder nicht - jedenfalls mit den angesprochenen Vorwürfen nichts zu tun hat.

    Wir warnen generell vor standardisierten Anlegerschutzprozessen. Auf fehlerhafte PRospekte zu pochen mag ggf. ein Sonderkündigungsrecht gewähren, aber nicht eine Untreue etc. belegen.

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